Wegen Nord Stream: Nato-Präsenz in Nord- und Ostsee verdoppelt

Wegen der Vorfälle an den Pipelines seien inzwischen mehr als 30 Schiffe der Nato in Nord- und Ostsee im Einsatz, so Jens Stoltenberg am Dienstag.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg
Nato-Generalsekretär Jens StoltenbergAP/Olivier Matthys

Die Nato-Präsenz soll wegen der mutmaßlichen Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines in der Ost- und Nordsee ausgebaut werden. „Wir haben unsere Präsenz in der Ostsee und in der Nordsee auf mehr als 30 Schiffe verdoppelt“, sagte Stoltenberg am Dienstag in Brüssel. Die Schiffe würden aus der Luft und von „Unterwasser-Kapazitäten“ unterstützt.

Nach den Explosionen Ende September waren schwere Beschädigungen und mehrere Unterwasser-Lecks an den beiden Röhren von Nord Stream 1 und einer Röhre von Nord Stream 2 in der Ostsee entdeckt worden. Bisherigen Erkenntnissen zufolge hatten sich mindestens zwei Detonationen ereignet, die zu vier Lecks führten. Mittlerweile ermittelt auch die Bundesanwaltschaft.

Russland kündigt Vergeltung für Krim-Brücke an

Stoltenberg sagte zudem vor dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Mittwoch in Brüssel, die jüngsten Raketenangriffe Russlands auf zahlreiche ukrainische Städte spiegelten „den Mangel an Alternativen“ für den russischen Präsidenten Wladimir Putin wider. „Was wir gestern gesehen haben, ist eigentlich ein Zeichen von Schwäche“, weil die russische Armee „nicht in der Lage ist, Fortschritte auf dem Schlachtfeld zu machen“, sagte Stoltenberg.

Russland hatte am Montagmorgen als Vergeltung für die Bombenexplosion auf der Krim-Brücke am Samstag zahlreiche Städte in der Ukraine bombardiert. In der Hauptstadt Kiew und in der westukrainischen Stadt Lwiw waren zum ersten Mal seit Monaten wieder Raketen eingeschlagen. Am Dienstag setzte Russland seine Angriffe auf Ziele in der Ukraine fort und griff vor allem Energieanlagen im weit von der Front entfernten Westen an.