Vor dem Hintergrund von Russlands Krieg gegen die Ukraine sind ranghohe Vertreter der US-Regierung einem Medienbericht zufolge nach Venezuela gereist, um Gespräche mit der Regierung von Nicolás Maduro zu führen. Die New York Times berichtete, wegen der russischen Invasion in der ehemaligen Sowjetrepublik richte die US-Regierung ihr Augenmerk verstärkt auf die Verbündeten Moskaus in Lateinamerika. Washington strebe eine weitere internationale Isolation Moskaus an, hieß es unter Berufung auf informierte Kreise.

Dem Bericht zufolge reisten Vertreter des US-Außenministeriums und des Weißen Hauses nach Caracas. Washington sei offenbar unter anderem daran interessiert, Teile seiner Ölimporte aus Russland künftig von Venezuela zu beziehen. Sprecher von US-Präsident Joe Biden und der venezolanischen Regierung wollten auf Anfrage von AFP keine Stellung zu dem Bericht nehmen.

Das Weiße Haus hatte am Freitag angedeutet, dass es Möglichkeiten prüfe, wie Ölimporte aus Russland reduziert werden könnten, ohne US-Verbrauchern zu schaden oder die globale Versorgung zu beeinträchtigen.

Die USA hatten ihre diplomatischen Beziehungen zu Venezuela nach der umstrittenen Wiederwahl Maduros im Jahr 2018 abgebrochen. Washington und Dutzende weitere Länder erkannten den damaligen oppositionellen Parlamentspräsidenten Juan Guaidó an, der sich zum Interimspräsidenten erklärte.

Washington verhängte zahlreiche Sanktionen gegen Venezuela, im April 2019 trat ein Öl-Embargo gegen Venezuela in Kraft. Im vergangenen Monat hatten die USA ihre Bereitschaft signalisiert, ihre Sanktionspolitik gegenüber Caracas zu überprüfen, falls die im August gestarteten Gespräche zwischen der Regierung Maduro und der Opposition vorankommen.