Die Inflation ist schon enorm und doch werden die Preise weiter steigen. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, rechnet jedenfalls mit steigenden Verbraucherpreisen für Nahrungsmittel. Der Krieg in der Ukraine treibe die Preise für Lebensmittel weiter in die Höhe. Man habe durch das stark erhöhte Preisniveau bei den Betriebsmitteln massive Auswirkungen auf die deutsche Landwirtschaft, sagte er der Passauer Neuen Presse. „Im Grunde ist im Moment nichts kalkulierbar, nichts planbar. Wir befinden uns ein Stück weit im Blindflug“, unterstrich Rukwied.

Dabei sei noch nicht alles berechnet, was durch die Preissteigerungen rund um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine entstanden sei. „Erhöhungen, die wir auf Erzeugerseite haben, sind noch nicht alle eingepreist“, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbands. Vor allem steigende Kosten für Energie würden die Bauern unter Druck setzen. Die Energiepreise hätten sich verdoppelt, der Preis für Düngemittel habe sich im Schnitt vervierfacht, und das Futter koste ebenfalls mehr. Das führe dazu, dass „die Preise für die Verbraucher nach unserer Einschätzung weiter steigen werden“, so Rukwied.

Zudem unterstrich der Bauernpräsident: „Lebensmittel sind mehr wert, als der Preis es ausdrückt.“ Diese seien „in den letzten Jahren unter Wert verkauft worden“. Im Hinblick auf die Zukunft der Tierhaltung sieht Rukwied den dringendsten Handlungsbedarf für die Politik: „Es geht letztlich darum, ob die Tierhaltung in Deutschland überhaupt noch eine Zukunft hat.“