Cottbus - Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt gegen den Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) in Zusammenhang mit seiner vorzeitigen Corona-Impfung. „Wir stehen ganz am Anfang“, sagte Oberstaatsanwalt Frank Winter am Montag auf Anfrage. Zunächst hatte der rbb-Sender Antenne Brandenburg berichtet. Es bestehe der Anfangsverdacht der Vorteilsannahme. Es werde ergebnisoffen ermittelt, die Vorwürfe könnten auch entkräftet werden, sagte der für die Schwerpunktabteilung Korruption zuständige Winter. In vier Wochen sei möglicherweise mit ersten Erkenntnissen zu rechnen.

Kelch war vorgeworfen worden, sich Anfang Januar möglicherweise unerlaubt bei der Corona-Impfung vorgedrängelt zu haben. Nach Kritik daran hatte er gesagt: „Mit der Kenntnis von heute würde ich möglicherweise das Angebot zur Impfung nicht mehr annehmen – egal, was mit dem Impfstoff dann passiert wäre.“ 

Nach eigener Aussage hatte er als Privatmann alte Leute zum Impfzentrum und anschließend ins Pflegeheim gebracht, die er aus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit kennt. Er habe an diesem Tag als einer der letzten „eine übriggebliebene Impfdosis erhalten“, nachdem er gefragt worden war, sagte er. Der Impfstoff hätte ansonsten vernichtet werden müssen, so Kelch.