Hunderte Menschen mussten wegen einer defekten Wasserleitung ihre Wohnungen in einem Berliner Hochhaus verlassen. Wegen eines geborstenen Ventils einer Hochdruck-Steigleitung der Feuerwehr war etwa eine Stunde lang Wasser aus der elften Etage durch das Treppenhaus, die Aufzüge und entlang der Fassade herabgeströmt. Das teilte ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntag mit.

Das zuständige Bezirksamt Mitte entschied demnach aus Sicherheitsgründen, das Gebäude zu räumen. Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr brachten den Angaben zufolge bis zum frühen Sonntagmorgen rund 200 Menschen in Sicherheit. Rund 70 Feuerwehrleute und viele Freiwillige hätten Gehbehinderte auf Tragen und Transportstühlen heruntergebracht, erklärte der Sprecher: Die Aufzüge waren mangels Strom außer Betrieb. In dem Haus sollen etwa 300 Menschen wohnen.

Viele Bewohner sind im Flughafen Tegel untergekommen

Die Evakuierung selbst verlief offenbar gut. Allerdings herrsche nun Ratlosigkeit bei vielen Mietern, wie es nun weitergehen soll. Die Bewohner seien zunächst mit Unterstützung der Berliner Verkehrsbetriebe zum ehemaligen Flughafen Tegel gebracht worden, wo sie unter anderem in Hotels untergekommen seien, hieß es von der Feuerwehr. Ein Sprecher der zuständigen kommunalen Wohnungsgesellschaft WBM teilte mit, die meisten Betroffenen seien im Terminal A in Tegel untergekommen, hier habe der Senat geholfen. Dort befinden sich das Ankunftszentrum für Ukraine-Flüchtlinge und eine Notunterkunft.

Die WBM stehe mit den Mieterinnen und Mietern in Kontakt, so der Sprecher weiter. „Wir unterstützen, wo wir können. Wir befinden uns in enger Abstimmung mit dem Bezirksamt Berlin-Mitte.“ Als Nächstes werde der Gesamtschaden des Wohnhauses begutachtet. „Daraus leiten sich dann die nächsten Schritte ab.“

Die Behebung der Havarie werde vermutlich rund eine Woche dauern, sagte der für Facility-Management zuständige Bezirksstadtrat in Berlin-Mitte, Ephraim Gothe, dem RBB. „Ich will den Teufel auch nicht an die Wand malen, dass das viel länger als eine Woche dauert, aber eine Woche wird es bestimmt sein.“