Die Wehrpflicht könnte zurückkehren – und die kontrovers geführte Debatte darum ist in vollem Gange. Nun schalten sich auch die bayerischen Grünen in die Diskussion ein. Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, spricht sich für einen verpflichtenden „Freiheitsdienst“ für alle aus.
Demnach sollten alle Frauen und Männer irgendwann zwischen 18 und 67 Jahren sechs Monate Dienst tun – Wehrdienst, Dienst im Bevölkerungsschutz, bei der Feuerwehr oder Hilfsorganisationen oder sechs Monate Gesellschaftsdienst. Schon abgeleistete Dienste sollen angerechnet werden.
„Es ist an der Zeit, die Frage zu stellen: Was kannst du für dein Land tun?“, so Schulze in einem Debattenbeitrag, den sie gemeinsam mit dem innenpolitischen Sprecher Florian Siekmann verfasst hat. Die Bedrohungen nähmen zu. „Damit wir als Gesellschaft robuster werden, unsere Freiheit verteidigen und das Miteinander stärken, braucht es uns alle. Der Freiheitsdienst ist ein Gemeinschaftsprojekt für Deutschland von allen für alle. Durch den Freiheitsdienst verbinden wir Generationen und Milieus, stärken unsere Gesellschaft und verteidigen, was uns wichtig ist.“
Über die Wiedereinführung der #Wehrpflicht wird viel diskutiert. @FloSiekmann und ich bringen einen anderen Vorschlag in die Debatte ein: Einen Freiheitsdienst für alle zwischen 18 und 67 beim Wehrdienst, Bevölkerungsschutz oder Gesellschaftsdienst: https://t.co/Fyxfyal0Z1
— Katharina Schulze (@KathaSchulze) March 30, 2025
Das Grünen-Konzept sieht vor, dass nach Ende der Schulpflicht eine allgemeine Musterung stattfinden und über die Zweige des „Freiheitsdienstes“ informiert werden soll. Die Mindestdauer von sechs Monaten soll entweder am Stück oder zeitlich gestreckt erfüllt werden können. Die Pflicht soll gelten „für alle mit festem Aufenthalt in Deutschland, unabhängig von Staatsbürgerschaft oder Geschlecht“.
Mit Gesellschaftsdienst meinen die Grünen Angebote, wie sie etwa dem bisherigen Bundesfreiwilligendienst oder dem sozialen oder ökologischen Jahr entsprechen. Darunter soll auch ehrenamtliches Engagement in verantwortlicher Position fallen, etwa in der Jugendarbeit oder als ehrenamtlicher Trainer im Sport.
Kritik auf X: „Sie versklaven dich und nennen es Freiheitsdienst“
Der Wehrdienst solle „aus den bestehenden freiwilligen Wehrdiensten aufwachsen“. So soll die Verteidigungsbereitschaft gesichert und die Generationen zusammengeführt werden, heißt in dem Konzept von Schulze und Siekmann. Letzterer betonte: „Der Freiheitsdienst ist viel mehr als der alte Wehrdienst, er zielt auf eine Gesamtverteidigung mit gesellschaftlicher Widerstandskraft.“


