Weihnachten 2022: So war die Lage an Berliner Krankenhäusern

Vor den Feiertagen wurde vor einer „dramatischen Lage“ an Berliner Kliniken gewarnt. Wie sieht die Bilanz nach Weihnachten aus?

Die Berliner Charité-Klinik.
Die Berliner Charité-Klinik.imago

Die teils angespannte Situation in den Kliniken Berlins ist über die Weihnachtsfeiertage weitgehend unverändert geblieben. „Wir haben weiterhin ein allgemein hohes Notfallaufkommen“, sagte Charité-Sprecherin Manuela Zingl der dpa am Montag. Dabei verschiebe sich in den Kinderkliniken das Spektrum von den RSV-Atemwegserkrankungen verstärkt zu Grippeerkrankungen.

Von Vivantes-Kliniken hieß es, bereits einige Tage vor den Feiertagen sei das Programm für Operationen auf Notfälle und lebensnotwendige, nicht aufschiebbare Operationen beschränkt worden. Planbare Eingriffe seien nicht angesetzt worden, damit seien auch weniger Patientinnen und Patienten als gewöhnlich auf den Stationen aufgenommen worden. Bei den sieben Rettungsstellen sei über das lange Weihnachtswochenende das Patientenaufkommen wie an anderen Wochenenden erhöht gewesen, berichtete Vivantes-Sprecherin Mischa Moriceau.

Lage galt zuvor als „wirklich dramatisch“

Auch vonseiten der Kinderkliniken gab es keine Besonderheiten. „Es läuft weitgehend gut“, berichtete Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. In einzelnen Bereichen könne es zu Verzögerungen kommen, die Lage sei aber insgesamt vergleichbar mit anderen Wochenenden.

Vor den Festtagen hatte Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) die Lage in Kinderstationen, Notaufnahmen und Kinderarztpraxen als „wirklich dramatisch“ bezeichnet. Für die Patienten und deren Familien, aber auch für das medizinische Personal sei das sehr belastend.

Neben dem Influenzavirus kursiert momentan das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) stark, das insbesondere für kleine Kinder und Säuglinge gefährlich sein kann, mit dem sich aber auch Erwachsene anstecken. Vor allem Einrichtungen der Kindermedizin sind dadurch stark ausgelastet. Erschwerend kommt größerer Personalmangel als ohnehin schon hinzu, weil auch Ärzte und Pflegepersonal an Influenza, RSV und Corona erkranken.

Aus dem Gesundheitswesen war dazu aufgefordert worden, Ärzte oder Klinik-Notaufnahmen während der Feiertage nur in dringenden Fällen in Anspruch zu nehmen. Damit könnten die Gesundheitsversorger der Stadt vor allem jenen Menschen helfen, die unbedingt und unverzüglich Hilfe benötigten, hieß es von Berliner Krankenhausgesellschaft, Kassenärztlicher Vereinigung und der Gesundheitsverwaltung.