Weihnachtshäuser sollen trotz Energiekrise leuchten

Aufwändige Weihnachtsbeleuchtung an Häusern - ist das in Zeiten der Energiekrise noch zeitgemäß? Viele Brandenburger wollen auf das Highlight nicht verzichten.

Straupitz-Mehrere festlich geschmückte Häuser mit Weihnachtsbeleuchtung in Brandenburg sollen auch in diesem Jahr wieder strahlen - trotz der Energiekrise. Familie Mörl in Straupitz (Landkreis Dahme-Spreewald) dekoriert seit über 20 Jahren Haus und Garten mit einer Fülle von Figuren und Lichtern. „Man muss den Leuten doch eine Freude machen. Die ganzen Kinder hier wären enttäuscht, wenn wir es nicht machen“, sagte Gerd Mörl auf Anfrage. Die Energiekosten seien für ihn kein Problem, da viele der Lichter schon stromsparend seien und auch die letzten Jahre nicht zu hohe Kosten verursacht hätten. Für ihn sei eher die Reaktion von Außenstehenden ein Grund zur Sorge, da er nicht verschwenderisch wirken wolle.

„Ich freue mich besonders auf den großen Schlitten mit den vielen, vielen Plüschtieren“, sagte Mörls Ehefrau Gisela Liebsch. Der Schlitten stehe im Carport und werde mit Hunderten Figuren, Weihnachtskränzen und -kugeln dekoriert und wie eine Bühne aufgebaut. Familie Mörl plant, die Figuren mit Hilfe der Nachbarn ab Ende Oktober aufzubauen und erst einmal ohne Beleuchtung aufzustellen, um Energie zu sparen.

Auch Familie Plath aus Dallgow-Döberitz im Havelland will sich die Dekorationsfreude in diesem Jahr trotz der Krise nicht nehmen lassen. „Alles hat seine Grenzen. Das gehört für uns zu Weihnachten einfach dazu“, sagte Martin Plath. Er spare mit einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach bereits Strom und auch seine Lichterketten brauchten nicht viel Energie.

„Bei uns gibt es keine Figuren. Für mich sind die warmweißen Lichter das Highlight in der dunklen Jahreszeit“, sagte Plath. Er wolle wie jedes Jahr das Haus mit Dutzenden Lichterketten dekorieren. Die Tradition sei 1991 noch in einem Berliner Hochhaus gestartet. Seitdem hänge er die Beleuchtung jedes Jahr drei Tage lang zwischen Totensonntag und erstem Advent auf.