Berlin - Ein Gast einer Spandauer Wohnung hat Polizisten nach einer Ruhestörung wegen zu lauter Musik die Tür mit weißem Pulver im Gesicht geöffnet. Die überraschten Beamten gingen der Sache nach und entdeckten daraufhin drogenähnliche Substanzen. Wie die Polizei mitteilte, kam es in der Nacht zu Dienstag im Ortsteil Falkenhagener Feld zu dem kuriosen Einsatz. 

Demnach waren Einsatzkräfte um 1.15 Uhr wegen Lärms zu einem Haus Am Bogen alarmiert worden, wo sie eine Anzeige aufnahmen. Weil sich die Geräuschkulisse in dem Gebäude jedoch nicht beruhigte, mussten sie 45 Minuten später erneut ausrücken. Im Gespräch mit dem mutmaßlichen Störenfried sollen die Beamten dann Rückstände eines weißen Pulvers entdeckt haben. 

Drogen und Musikanlage beschlagnahmt 

Polizisten durchsuchten daraufhin die Partywohnung und kurz darauf die Wohnadresse des mutmaßlichen Drogenkonsumenten. Dabei fanden die Beamten nach Angaben der Polizei „weitere betäubungsmittelsuspekte Substanzen“, die beschlagnahmt wurden. Sie werden derzeit kriminaltechnisch untersucht, hieß es. Auch die Musikanlage wurde zur Sicherheit mitgenommen, so die Polizei. 

Bei seiner Festnahme habe der 37-jährige Tatverdächtige Widerstand geleistet und die Einsatzkräfte beleidigt. Er kam für eine Blutentnahme in ein Gewahrsam. Anschließend wurde er dem Landeskriminalamt überstellt. Gegen ihn wird nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung sowie Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. 

Die Zahl der Rauschgiftdelikte in Deutschland war im vergangenen Jahr zum neunten Mal in Folge gestiegen. Besonders auffällig waren nach Informationen des Bundeskriminalamtes die Delikte im Zusammenhang mit Kokain: diese haben um ganze 12,2 Prozent zugenommen, hieß es. „Wir stellen fest, dass Kokain keine Elitedroge mehr ist“, konstatierte Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts. Kokain sei mittlerweile überall verfügbar, es komme zu einem großen Teil über den Seeweg nach Deutschland.