Im Streit um das teilbesetzte Haus „Rigaer 94“ prüft das Amtsgericht Kreuzberg am Dienstag eine weitere Räumungsklage gegen Bewohner. Der Hauseigentümer wirft der Mieterin vor, sie habe die Räume zweckentfremdet. Der Gebäudekomplex in Berlin-Friedrichshain mit rund 30 Wohnungen gilt als eines der letzten Symbole der linksradikalen Szene und ist schon lange Zankapfel auch in der Politik.

Wem gehört das Haus in der Rigaer Straße 94

Beim Amtsgericht Kreuzberg sind mehr als ein Dutzend Räumungsklagen anhängig. Offizieller Eigentümer des Gebäudekomplexes ist eine Firma mit Sitz in Großbritannien. Wer dahinter steht, ist nicht bekannt.

In den bisherigen Prozessen ist es nie zu einer Entscheidung in der Sache selbst gekommen. Seit Jahren wird vor allem darüber gestritten, ob die klagende Eigentümerin nach deutschem Recht existiert und überhaupt über die Legitimation verfügt, eine Räumung anzustreben. Zu dieser Frage soll es in einem anderen Räumungsverfahren vor dem Amtsgericht ein Rechtsgutachten geben.

„Kadterschmiede“: Berliner Landgericht schlägt Vergleich vor

Im jahrelangen Streit um die illegale Linksautonomen-Kneipe „Kadterschmiede“ in dem Gebäudekomplex hat unterdessen das Berliner Landgericht einen Vergleich vorgeschlagen. Demnach sollen die Betreiber einen Mietvertrag für die Nutzung der Räume bekommen, die sie seit Ende 2013 ohne Mietvertrag nutzen, und künftig 650 Euro Miete monatlich zahlen. Der Hauseigentümer solle auf rückwirkende Mietforderungen verzichten. Beide Seiten wollten über den Vorschlag nachdenken. Am 21. März will das Gericht verkünden, wie es in der Sache weitergeht.