Berlin - Vor den Beratungen von Bund und Ländern über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hat Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery die Politik zu mehr Konsequenz im Kampf gegen die Pandemie aufgerufen und sich gegen die Verhängung eines „Lockdown light“ gewandt. „Ein Lockdown light dient nur der Besänftigung des eigenen schlechten Gewissens und der Betäubung der Bevölkerung“, sagte Montgomery der Augsburger Allgemeinen (Dienstagsausgabe).

„Die Politik macht immer wieder dieselben Fehler“, beklagte Montgomery. Zwar sei nicht immer ein bundesweiter Lockdown angemessen; auch harte regionale Einschränkungen könnten sinnvoll sein. „Aber, wo dann Lockdown draufsteht, muss auch Lockdown drin sein. Halbherzigkeit hatten wir nun wirklich genug.“

Laut einer Beschlussvorlage wollen die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Videokonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an diesem Dienstag Kontaktbeschränkungen auch für Geimpfte und Genesene beschließen, um die Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus zu bremsen. Demnach sollen sich in Innenräumen und Außenbereichen ab dem 28. Dezember bei privaten Zusammenkünften maximal zehn Geimpfte und Genesene treffen dürfen. Bundesweit sollen laut der Beschlussvorlage zudem Clubs und Diskotheken schließen.