Der Satellit Cheops im europäischen Weltraumbahnhof in Kourou (Frankreich)
Foto: dpa/J. Durrenberger

BerlinDas Bundeswirtschaftsministerium will ein Konzept des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) für die Errichtung eines Weltraumbahnhofs in Deutschland prüfen. Das Ministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht des Handelsblatts. Am Freitag gab es demnach ein Treffen von Raumfahrtunternehmen und Beamten im Ministerium.

Das Konzept des BDI sieht einen Startplatz für Kleinraketen in der Nordsee vor – eine mobile Startplattform in Form eines privatwirtschaftlichen Betreibermodells mit staatlicher Unterstützung. „Eine deutsche Startplattform ist technisch machbar, strategisch und wirtschaftlich sinnvoll“, zitiert die Deutsche Prese-Agentur aus dem Strategiepapier. Die Realisierung sei eine politische Entscheidung und keine technische Frage. Ein deutscher Startplatz sollte den Plänen zufolge allen europäischen und internationalen Partnern zur Nutzung offenstehen.

Raumfahrt sei für die gesamte deutsche Industrie von zentraler Bedeutung, heißt es in dem Papier weiter. Im digitalen Zeitalter sei sie Schlüssel für Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren und Industrie 4.0. Es gebe drei private Hersteller von sogenannten Microlaunchern in Deutschland, die 2021/22 auf den Markt kommen sollten. Keines der drei Unternehmen verfüge aber über einen vertraglichen Startplatz in Europa, so der BDI.

Die Machbarkeitsanalyse einer Firma komme zu dem Ergebnis, dass eine mobile Startplattform in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee für den Start von kleinen Trägerraketen in „polar- und sonnensynchrone Orbits“ geeignet sei. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich bereits im vergangenen Jahr aufgeschlossen für die Errichtung eines deutschen Weltraumbahnhofs gezeigt.