Potsdam/Berlin - Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat SPD-Kontrahent Olaf Scholz wegen der Zurückhaltung gegenüber möglichen Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte kritisiert. Sie hält das sogenannte 2G-Modell für sinnvoll, bei dem Unternehmer nicht geimpfte Menschen in Kneipen, Restaurants oder Clubs draußen lassen können und Geimpfte und Genesene dort weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind.

So wie von Kindern verlangt worden sei, eineinhalb Jahre lang ihre Freiheit einzuschränken, um Erwachsene und ältere Menschen zu schützen, sei es nun deren Verantwortung, Kinder zu schützen, sagte die Grünen-Chefin am Dienstag vor Journalisten in Potsdam. „Deswegen ist das mit dem Impfen so zentral.“

Baerbock: Nur Geimpfte und Genesene dürfen ins Theater oder ins Kino

Baerbock sagte an die Adresse des SPD-Kanzlerkandidaten: „Deswegen verstehe ich auch wirklich nicht (...), auch mit Blick auf Herrn Scholz, warum man da so zurückhaltend ist mit Blick auf 2G-Regeln und anderes.“ Wenn es zu Regelungen komme, bei denen nur Geimpfte und Genesene ins Theater oder Kino gehen könnten, fragten sich Leute möglicherweise nochmal, ob sie sich impfen lassen. „Das brauchen wir, damit wir die Grundschulen sicher machen können.“

Baerbock hatte bei einer Diskussionsrunde der Märkischen Allgemeinen am Montagabend für das 2G-Modell geworben. In Hamburg können Veranstalter und Wirte selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, die dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie Tests akzeptieren. Scholz hatte sich in der Runde für weitere Tests in Betrieben und Schulen ausgesprochen und eine Impfpflicht abgelehnt.