Berlin - Die Berliner Polizei will mit der Betonung von menschlichen und gesellschaftlichen Werten in ihren Imagekampagnen gezielt junge Frauen ansprechen. Das kündigte Polizeipräsidentin Barbara Slowik mit Blick auf eine neue Kampagne an. „Die neue Kampagne setzt auch auf Werte wie Akzeptanz, Respekt, Gleichberechtigung, Teamarbeit und Vielfalt“. Damit sollen diese Aspekte der Polizeiarbeit stärker betont werden, um noch mehr Frauen anzusprechen. „Viele sehen vor allem die schwer bewaffneten Spezialeinsatzkommandos oder die Hundertschaften auf der Straße mit schwerer Ausrüstung. Dabei wird die tägliche Vielfalt der Aufgaben nicht immer erkannt. Gerade Frauen reagieren nicht so positiv auf Kampagnen, die nur das Martialische zeigen.“

Um die jährlich mehr als tausend frei werdenden Stellen mit qualifiziertem Nachwuchs neu zu besetzen, muss die Polizei weiterhin Anstrengungen unternehmen. Dazu zählen inzwischen besonders Kampagnen mit Videofilmen und kurzen Spots auf beliebten Internet-Plattformen wie Instagram, Youtube, Facebook, Snapchat und künftig auch Tiktok. „Wir sind ständig dabei, zu überlegen und uns umzusehen, wie man junge Menschen erreicht“, sagte Slowik. „Vielleicht erzählen wir über die sozialen Medien mal eine längere Geschichte in einer Staffel oder wir gehen interaktiv ins Netz. Wichtig ist zu wissen, was gerade für junge Leute angesagt ist, was sie begeistert.“

Die Polizei hatte am Donnerstag einen neuen Imagefilm zur Nachwuchswerbung im Rahmen der Kampagne „110 Prozent Berlin“ veröffentlicht. „Wir stehen auf Diversität. Und auf Bewerbungen von Frauen, Männern und allen anderen Geschlechtern aus Europa“, schrieb die Polizei im Internet dazu. Es gehe um Haltung, Gleichberechtigung, Respekt und um die Vielfalt des Berufs.

Allerdings stand die Berliner Polizei zuletzt auch in der Kritik. Zurzeit laufen 47 Disziplinarverfahren gegen Beamte wegen Verdachts rechtsextremistischer oder rassistischer Äußerungen. Innensenator Geisel sagte jedoch auch: „Hoffnungsvoll stimmt mich an dieser Stelle, dass die allermeisten der Fälle aus der Polizei heraus bekannt geworden sind. Dass also Kollegen gesagt haben, da ist jemand, der agiert womöglich nicht auf dem Boden des Grundgesetzes.“.