London/Kopenhagen - Völlig unbeschwert und ausgelassen wird das Weihnachtsfest wohl auch in diesem Jahr nicht werden – das gilt auch für die europäischen Königsfamilien. Nicht nur die Corona-Pandemie dürfte auf die Stimmung drücken. Für die einen ist es das erste Weihnachten ohne ein geliebtes Familienmitglied, andere sind gesundheitlich angeschlagen – oder einem wird das Fest von der Justiz vermiest. Selbst in den Palästen gilt wohl: Unter jedem Dach ein Ach. Aber die ein oder andere schöne Überraschung wartet auch.

Großbritannien: Für die Royal Family und die Queen ist es das erste Weihnachtfest ohne Prinz Philip. Der Ehemann von Königin Elizabeth II. war im April kurz vor seinem 100. Geburtstag gestorben. Enkel Prinz William und Herzogin Kate wollen der Queen in diesem Jahr gemeinsam mit ihren Kindern George, Charlotte und Louis ebenso zur Seite stehen wie Thronfolger Prinz Charles und dessen Ehefrau Herzogin Camilla. Nach dem Tod ihres Ehemanns soll die Königin auf keinen Fall Weihnachten allein sein.

Obwohl zuletzt gesundheitlich angeschlagen, soll die Queen zunächst darauf bestanden haben, gemeinsam auf dem königlichen Landsitz Sandringham zu feiern und dort auch in die Kirche zu gehen. Allerdings machte die sich rasant ausbreitende Omikron-Variante von Corona einen Strich durch die Rechnung. Wenige Tage vor Weihnachten wurde bekannt, dass die Queen – wie bereits im vergangenen, von der Pandemie geprägten Jahr – auf Schloss Windsor bleiben und dort Besuch empfangen wird.

Natürlich gibt es auch bei den Royals Pakete unterm Tannenbaum. Dabei versuchen sich die Familienmitglieder angeblich mit billigen und frechen Geschenken zu überbieten. Die Bescherung findet bereits an Heiligabend statt und nicht am Morgen des ersten Weihnachtstages wie sonst in Großbritannien. Diese Tradition haben die Royals von ihren deutschen Vorfahren behalten.

Monaco: Wie im Fürstenhaus die Weihnachtstage verlaufen, konnte der Palast auch mit Blick auf die gesundheitlichen Probleme von Fürstin Charlène von Monaco noch nicht sagen. Die 43-Jährige befindet sich nach ihrer Rückkehr aus Südafrika außerhalb des Fürstentums in medizinischer Behandlung. Von einem Zustand der allgemeinen Erschöpfung sprach ihr Ehemann Fürst Albert II. kürzlich in einem Interview. Über die gesundheitliche Erholung der Fürstin hatte das Fürstenhaus nach eigener Mitteilung eigentlich vor Weihnachten informieren wollen. Selbst den siebten Geburtstag ihrer Zwillinge Jacques und Gabriella vor einigen Tagen verpasste Charlène – teilte auf Instagram aber Fotos der Feier ihrer Kinder.

Dänemark: Königin Margrethe II. und ihre Familie werden über die Feiertage wieder auf Schloss Marselisborg in Aarhus weilen. Die Monarchin wird bereits am 20. Dezember anreisen, den Heiligen Abend verbringt sie dort dann mit der Familie von Kronprinz Frederik. Seit Margrethe vor fast 50 Jahren den Thron bestiegen hat, ist es für sie zur Tradition geworden, die Oster- und oft auch Weihnachtstage auf Marselisborg zu verbringen. Nicht dabei sein wird die Familie ihres zweiten Sohnes Prinz Joachim: Frederiks jüngerer Bruder wird Weihnachten mit seiner Frau Prinzessin Marie und ihren beiden gemeinsamen Kindern Prinz Henrik und Prinzessin Athena bei Maries Familie in Frankreich feiern. Eine Neujahrstafel mit hochrangigen Politikern hat Margrethe wegen der jüngst verschärften Corona-Beschränkungen im Land abgesagt.

Schweden: Die schwedische Königsfamilie werde Weihnachten privat im Familienkreis feiern, heißt es aus dem Schloss in Stockholm auf dpa-Anfrage lediglich. König Carl XVI. Gustaf dürfte zu Weihnachten wieder eine Ansprache halten und dabei auch auf die Corona-Zeit eingehen – das hatte er bereits im Vorjahr getan, als er nicht wie sonst üblich aus dem Stockholmer Königsschloss, sondern von Schloss Drottningholm aus zu seinen Landsleuten gesprochen hatte.

Spanien: Die Königsfamilie wird voraussichtlich auch dieses Jahr ohne Altkönig Juan Carlos Weihnachten feiern. Das wegen Korruptionsvorwürfen in Bedrängnis geratene frühere Staatsoberhaupt wird das Weihnachtsfest zum zweiten Mal in Abu Dhabi fern seiner spanischen Heimat verbringen. Die Ermittlungen gegen den 83 Jahre alten Vater von König Felipe VI. wurden gerade erst um sechs Monate verlängert. Juan Carlos hatte gehofft, sie würden zum 17. Dezember endgültig eingestellt, und den Wunsch geäußert, dann in die Heimat zurückzukehren. Im August 2020 hatte er Spanien heimlich verlassen.

Darüber, wie König Felipe und Königin Leticia sowie ihre beiden Töchter, Thronfolgerin Leonor und Prinzessin Sofía, Weihnachten feiern, wird traditionell nichts mitgeteilt. Am Heiligabend um 21 Uhr wird wie jedes Jahr die meist 15-minütige Weihnachtsansprache des Königs im Fernsehen und Internet zu sehen sein.

Niederlande: Endlich sind König Willem-Alexander und Königin Máxima  wieder mit allen drei Töchtern zusammen. „Die Festtage kommen: wieder gemeinsam zu Hause“, twitterte der Hof kürzlich und zeigte ein Foto der Familie.

Kronprinzessin Amalia hatte im Sommer Abitur gemacht und verbringt nun die Zeit bis zum Studium im nächsten Jahr mit Reisen und Praktika bei Firmen. Was und wo sie in den vergangenen Monaten war, teilt der Hof nicht mit. Ihre Schwester Alexia besucht seit September ein Internat in Wales – gemeinsam mit der spanischen Kronprinzessin Leonor. Alexia kam für die Feiertage aber nach Hause. Wegen der Corona-Regeln durften die Eltern sie in der Zwischenzeit nicht besuchen. Nur die 14-jährige Ariane wohnt noch dauerhaft im Palast Huis ten Bosch in Den Haag.

Wie genau die Oranjes die Feiertage verbringen, ist Privatsache und wird nicht mitgeteilt. Sie sollten sich aber wohl vor großen Partys hüten: Erst kürzlich hatte die Familie das Volk erbost, weil sie trotz der strengen Corona-Regeln den 18. Geburtstag von Kronprinzessin Amalia am 7. Dezember groß gefeiert hatte. Dutzende Gäste sollen bei der Party im Palast-Garten gewesen sein. Dabei sollen Niederländer nur höchstens vier Besucher am Tag empfangen.

Belgien: Das belgische Königshaus gibt sich traditionell zugeknöpft, was das Privatleben der royalen Familie angeht. Auf Nachfrage heißt es aus dem Palast nur, dass König Philippe und Königin Mathilde die Weihnachtszeit zusammen mit ihren Kindern verbringen werden – das sind Kronprinzessin Elisabeth, die Geschichte und Politik an der englischen Universität Oxford studiert, der 18-jährige Prinz Gabriel, Prinz Emmanuel und die kleine Schwester Eléonore.