Das West-Nil-Virus wird hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen.
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Berlin In Berlin hat sich zum ersten Mal in dieser Mückensaison ein Wildvogel mit dem West-Nil-Virus infiziert. Wie die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz am Donnerstag mitteilte, wurde eine Blaumeise in der vergangenen Woche nahe der Müggelheimer Straße im Bezirk Treptow-Köpenick tot aufgefunden und im Landeslabor Berlin-Brandenburg untersucht. Es sei der erste Nachweis des West-Nil-Virus in Deutschland in dieser Mückensaison. In Berlin wurde das Virus aus den Tropen 2019 bei 24 Vögeln nachgewiesen.

Das West-Nil-Virus ist ein aus Afrika stammender Erreger, der durch Zugvögel auch nach Europa verbreitet wird. Hauptsächlich wird das Virus von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. An Vögeln infizierte Mücken können den Erreger aber auch auf Säugetiere – vor allem Pferde – und auf Menschen übertragen.

RKI: Ansteckungen mit West-Nil-Fieber in Deutschland dauerhaft möglich

Das Robert Koch-Institut (RKI) hält Ansteckungen mit der Tropenkrankheit West-Nil-Fieber in Deutschland dauerhaft für möglich. Vor allem längere Sommer mit hohen Temperaturen könnten zu einer verlängerten Saison und einer weiteren räumlichen Ausbreitung beitragen. Der Erreger sei offenbar in der Lage, in Deutschland zu überwintern.

Von Mensch zu Mensch kann das Virus nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht übertragen werden. Hauptwirte bleiben Vögel, bei denen einzelne Arten besonders empfänglich sind. Sie erkranken und verenden eher als andere.

Bei Menschen zeigt bisher nur ein kleiner Teil der Infizierten Symptome. Generell erkranke nur etwa einer von 100 Infizierten schwer, heißt es beim RKI. Menschen in hohem Alter oder mit Immunschwäche gelten als besonders gefährdet. Nach einer Ansteckung entwickelt rund ein Fünftel der Infizierten eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung, die etwa drei bis sechs Tage andauert. Der Krankheitsbeginn ist abrupt mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen verbunden. In seltenen Fällen entwickelt sich eine Gehirnentzündung. (dpa)