Berlin - Ein paar warme Tage machen noch lange keinen Frühling. Auf etwas Wärme folgen wieder Temperaturen, die eher an den März erinnern. Meteorologen hatten für Anfang Mai einem frostigen Kälteeinbruch vorhergesagt – danach soll es aber endlich Sommer werden. So zumindest die Prognosen.

Wie kommt es zu diesem unbeständigen Wetter? Laut Wetterexperte Dominik Jung war dieser Monat der kälteste April seit 1929. Der Meteorologe rechnet mit einer richtig turbulenten ersten Maihälfte. Gerade erreicht Berlin kühl-feuchte Meeresluft, was für die niedrigen Temperaturen sorgt. Zwar erreichen die Höchstwerte am Donnerstag laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in Berlin und Brandenburg noch bis zu 18 Grad, doch es bleibt regnerisch. Vor allem südlich von Berlin können von Mittag an einmal mehr kräftige Schauer und Gewitter aufziehen, in deren Umfeld Böen bis zu 70 Kilometer pro Stunde wehen werden.

Erst in der Nacht ziehen die Niederschläge Richtung Polen ab. Zwar bleibt es dann frostfrei, aber am Freitag gibt es schon wieder Regen-Nachschub und deutlich kühlere Höchstwerte bis maximal zwölf Grad. Die Nachtwerte werden vom Wochenende an immer wieder mal im Berliner Umland die Frostgrenze streifen, doch die Höchstwerte erholen sich etwas und greifen in der kommenden Woche nach der 15-Grad-Marke. Dazu gibt es einen wilden Mix aus Sonne, Wolken und Schauern.

Wetter in Berlin und Brandenburg: Bis zu 30 Grad am Muttertag 

Die richtig warmen Luftmassen liegen dagegen im Südosten Europas. In Griechenland und der Türkei ist die 30-Grad-Marke bereits das Maß aller Dinge. Diese Werte könnten bald auch in Berlin gemessen werden. Wetterexperte Dominik Jung rechnet für das zweite Maiwochenende, passend zum Muttertag, mit Topwerten bis zu 30 Grad bei uns. „Das wäre dann schon der erste Hitzetag des Jahres 2021.“ Doch schon kurz danach sollen die Temperaturen wieder abstürzen. Sogar Bodenfrost sei dann wieder möglich.

wxcharts.com/wetter.net
30 Grad am Muttertag? Dies sind die Werte, die Wettermodelle derzeit für das zweite Mai-Wochenende voraussagen.

„Der April, der macht was er will und der Mai nun scheinbar auch“, so Jung. Ruhiges, stabiles und sonniges Maiwetter? Die Chancen dafür in der ersten Monatshälfte sieht der Wetterexperte gegen null. Die Temperaturen spielen Achterbahn, die Wettermodelle scheinen einen seltsamen Humor zu haben: Mitte der kommenden Woche besteht das Risiko von Luft- und Bodenfrost, dann könnten am Muttertagwochenende die heißen Luftmassen zu uns ziehen. Die höchsten Werte mit bis zu 30 Grad werden derzeit für Südwestdeutschland vorhergesagt, aber auch in unserer Region wird es wohl für sommerliche 25 Grad reichen.

Doch leider bleibt es wohl bei einem Intermezzo. „Denn kurz danach stürzen die Werte wieder nach unten, und es bahnt sich schon wieder Bodenfrost an.“ Der Mai hat viel in petto, nur eines nicht: beständiges Wetter. „Vom Wonnemonat ist in den ersten 15 Tagen nichts zu sehen“, sagte Diplom-Meteorologe Jung.