Berlin - Gefährliche Glätte auf den Straßen hat Verkehrsteilnehmer in vielen Gegenden Deutschlands zum Wochenstart rutschen lassen und zu zahlreichen meist leichten Unfällen geführt. Am frühen Montagmorgen fiel vielerorts Regen auf gefrorenen Boden und verwandelte Straßen und Fußwege in Schlitterbahnen. Und auch am Dienstag soll es in Berlin und Brandenburg glatt werden.

In Brandenburg galt am Montagmorgen wegen Glatteis eine amtliche Unwetterwarnung, die inzwischen auch für den Dienstag verlängert wurde. Die Brandenburger Polizei warnt vor Blitzeis auf den Straßen. Noch seien nur einzelne Abschnitte auf Autobahnen oder Straßen betroffen, die Lage könne sich aber mit zunehmenden Temperaturen und einsetzendem Regen schnell ändern, sagte ein Sprecher des Lagezentrums am Montagnachmittag auf Nachfrage. Auch am Dienstag muss teilweise noch mit Glatteis gerechnet werden, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Es könne sich durch gefrierenden Sprühregen oder überfrierende Nässe bilden. Im weiteren Verlauf wird es wieder wärmer. 

Es kam am Montag rund um Berlin zu mehreren Unfällen: Auf der A115 zwischen dem Dreieck Nuthetal und dem Kreuz Babelsberg gab es gleich drei Unfälle in Richtung Berlin sowie zwei in entgegengesetzter Richtung, wie der RBB berichtet. Die Autobahn A115 war bis in den Nachmittag gesperrt.

An mindestens einem der Unfälle waren etwa 14 Autos beteiligt, daraus wurde eine Massenkarambolage. In einen anderen Unfall waren ein Lkw und ein Kleintransporter verwickelt.  Vier Menschen wurden auf der Bundesautobahn 115 verletzt, drei davon kamen in eine Klinik, wie eine Polizeisprecherin sagte. Ein Hubschrauber ist im Einsatz, damit das Ausmaß der Unfälle überblickt werden kann. Die Feuerwehr sei derzeit damit beschäftigt, die eisglatten Fahrbahnen „abzustumpfen“, hieß es.

Im Landkreis Oberhavel kam es zu Wochenbeginn auf winterglatter Fahrbahn zu fünf Unfällen. Dabei wurden zwei Menschen verletzt. In Hennigsdorf verlor ein 25-Jähriger wegen zu schnellen Fahrens bei Winterglätte die Kontrolle über sein Fahrzeug. Das Auto kam von der Fahrbahn ab und stieß gegen einen Baum, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer und sein 34-jähriger Beifahrer kamen mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Im selben Ort stießen zwei Autos auf glatter Fahrbahn zusammen. Nach Polizeiangaben hatte eine 41-jährige Fahrerin die Geschwindigkeit nicht der Witterung angepasst.

In Nieder Neuendorf nordwestlich von Berlin kam ein 38-jähriger Autofahrer bei Winterglätte aufgrund nicht angepasster Fahrweise von der Fahrbahn ab. Das Auto prallte gegen einen Gartenzaun und war nicht mehr fahrbereit.

Zahlreiche Unfälle auch in der Oberpfalz und in Sachsen

In der Oberpfalz fuhr ein Lastwagen bei Glatteis in eine Leitplanke. Die Autobahn 93 bei Weiden wurde komplett gesperrt, wie die Polizei am Montag mitteilte. Verletzt wurde niemand. In Sachsen kam es laut Polizei seit 5 Uhr in den Landkreisen Zwickau und Leipzig vermehrt zu Unfällen. Auf der B93 bei Zwickau waren auf einer Brücke vier Fahrzeuge in einen Glatteisunfall verwickelt. Regen und Minusgrade verwandelten die Schnellstraße in eine Eispiste. Die Fahrzeuge krachten in die Leitplanke oder landeten im Straßengraben.

Auch in der Stadt Leipzig waren Straßen und Wege teils spiegelglatt. Bei den Unfällen blieb es nach Angaben der Polizei überwiegend bei Blechschäden – Schwerverletzte gebe es keine. Auch in Niedersachsen gab es etliche leichte Unfälle: Laut Polizei waren Teile der Landkreise Göttingen und Hameln-Pyrmont betroffen.

Zoologische Gärten dicht wegen Glätte: Der Tierpark in Chemnitz und der Zoopark Erfurt blieben am Montag geschlossen. Auf dem gesamten Gelände sei es spiegelglatt, sagte eine Sprecherin des Erfurter Zoos.

Glätte in Brandenburg auch am Dienstag noch denkbar

Der Deutsche Wetterdienst hatte am Morgen Eisglätte in Teilen der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern, Thüringen, Sachsen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt vorhergesagt. „Die Glatteissituation hält bis in den Vormittag hinein an und schwächt sich anschließend ab“, sagte DWD-Experte Florian Bilgeri (mit dpa).