Berlin - Es gibt die ersten erschreckenden Bilder von Unwettern in Deutschland, aber besonders auch aus unseren Nachbarländern: Bereits vor einigen Tagen gab es in Belgien und Frankreich Tornados mit schweren Schäden. Am Donnerstagabend erwischte es nun Tschechien. Es gab Tote und viele Verletzte.

Doch die Kapriolen gehen auch hier weiter: Es wird in den nächsten Tagen regional wieder heiß. Südeuropa ist bereits wieder von sehr warmer Sahara-Luft geflutet. Auf Sizilien wurden gerade bis zu 45 Grad. Teile der heißen Luftmassen erreichen Deutschland und Berlin noch am Wochenende. Dann wird es wieder verbreitet 30 Grad und mehr geben, im Osten sind auch bis zu 35 Grad möglich. Doch die Quittung dafür kommt umgehend. Ab Sonntagabend drohen aus Westen zusammen mit einer Kaltfront neue, massive Unwetter.

„Die Wetterlage beruhigt sich am Wochenende zunächst ein wenig. Dafür schwappt dann schon wieder sehr warme bis heiße Luft nach Deutschland. Die Höchstwerte erreichen dabei bis zu 35 Grad. Das große Schwitzen geht schon wieder los. Doch im Westen greift schon ab Sonntagabend wieder die Kaltluft an und stößt auf die heißen Luftmassen“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung (wetter.net).

Meteorologe: Unbeständige Wetterlage hält noch 14 Tage an

Jung weiter: „Die Folge sind erneut heftige Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Die Unwetterlage dauert dann auch am Montag, Dienstag und Mittwoch an. Der Tropensommer mit Sturzfluten geht in die nächste Runde. Es scheint derzeit nicht so, dass wir in den kommenden zehn bis 14 Tagen auf ruhiges und beständiges Sommerwetter hoffen können.“

So wird das Wetter in den nächsten Tagen in Berlin und Deutschland:

Sonntag: 24 bis 31 Grad, sonnig und trocken, erst zum Abend aus Westen neue Gewitter

Montag: 25 bis 35 Grad, neue Hitze, später Unwettergefahr

Dienstag: 27 bis 34 Grad, schwülwarm bis schwülheiß und neue Unwetter möglich

Mittwoch: 21 bis 28 Grad, durchwachsen mit Sonne, Wolken und neuen Unwettern

Der Sommer bleibt bei uns erst einmal unbeständig. Die Berg- und Talfahrt geht weiter. Wann sich beständiges Hochdruckwetter einstellt, ist derzeit nicht absehbar. Die Wetterlage bleibt angespannt, denn nach der Hitze kommen direkt die nächsten Unwetter. Das Schadenpotential bleibt in diesem Sommer sehr hoch. Es könnte damit ein sehr teurer Sommer werden – zumindest für die Versicherer.

„In den kommenden zehn bis 14 Tagen ist keine Veränderung bei der Wetterlage in Sicht. Immer wieder kommt es zu kräftigen Gewittern mit Unwetterpotenzial. Wollen wir hoffen, dass uns solche Bilder wie in Tschechien erspart bleiben, ausschließen kann man das aber nicht. So ein Tornado wie in Tschechien kann auch jederzeit uns in Deutschland treffen. Da hatten wir bisher großes Glück“, erklärt Wetterexperte Jung.