Viele Bewohner des Erzgebirges mussten sich am Montagmittag sehr wundern. Hagel und im Einzelfall sogar Schnee bedeckte Häuser, Autos und Straßen mit einer weißen Schicht – und das mitten im Juni. Im Ortsteil Neudorf in Sehmatal (Sachsen) dauerte das winterlich anmutende Schauspiel etwa zehn Minuten, schreibt die Bild-Zeitung. Doch auch andernorts in Sachsen und Thüringen färbte zumindest Hagel die Landschaften weiß.

Zuerst hatte sich südlich von Jena ein Gewitter mit Hagel entladen, meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD). Dabei seien innerhalb von einer Stunde etwa 21 Liter pro Quadratmeter Niederschlag registriert worden. Das kräftige Gewitter zog dann weiter über das nördliche Vogtland und das Erzgebirge. In Hirschfeld (Kreis Zwickau) fielen binnen einer Stunde knapp 25 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und in Raschau im Erzgebirge etwa 19 Liter.

dpa/Bernd März/B&S
Neudorf in Sachsen: Hagelkörner haben die bunten Sommerblumen unter sich begraben.

Wetterdienst: Straßenglätte und massiver Temperaturabfall

Auch der DWD bestätigt: Die Hagelkörner sorgten für Winterlandschaften und Straßenglätte. Dabei seien sie eigentlich nicht sehr groß gewesen. „Zudem fiel Kaltluft regelrecht aus den Wolken heraus, und die Temperatur fiel innerhalb von einer Stunde von 19 auf zehn Grad“, so ein Meteorologe. Am Fichtelberg sank die Temperatur laut Bild-Zeitung sogar auf fünf Grad.

Die Niederschläge sind laut DWD aber nur ein kleines Intermezzo. Bereits am Dienstag soll es trockener und mit jedem Tag in dieser Woche auch wieder wärmer werden. Am Wochenende erwarten die Meteorologen Temperaturen von 30 Grad – und sogar darüber. Die 30-Grad-Marke könnte vielerorts in Deutschland am Mittwoch geknackt werden.

Hitze-Höhepunkt: Bis zu 36 Grad am Sonnabend erwartet

Der Höhepunkt werde vermutlich der Sonnabend mit Temperaturen bis 36 Grad, hieß es vom DWD. In der Nacht zum Sonntag stehe mit Temperaturen über 20 Grad die erste Tropennacht des Jahres an. Laut der Prognose bleibt es jedoch nicht lange heiß: Von einer klassischen Hitzewelle könne daher voraussichtlich nicht gesprochen werden, so ein DWD-Experte. (mit dpa)