Berlin - Nach vielen kalten Tagen mit Regen und teils sogar Schnee erreichen die Temperaturen am Wochenende endlich sommerliche Werte. Laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Berlin und Brandenburg werden es am Sonnabend bis zu 16 Grad, am Sonntag bis zu 27 und am Montag sogar bis zu 29 Grad. Der Grund für den steilen Anstieg ist warme Luft, die aus Spanien und dem Mittelmeerraum nach Deutschland zieht.

Am Freitagvormittag waren die Temperaturen etwa in Potsdam vorübergehend bis fast auf den Gefrierpunkt gesunken, als ein Tief in Richtung Polen zog und zeitweise für Schneefall sorgte.

Am Sonnabend soll es hingegen trocken bleiben, während am Nachmittag und Abend Wolken über die Region ziehen. Vor allem ab Sonntag können sich die Menschen auf viel Sonne und Trockenheit freuen. Das hochsommerliche Wetter bleibt aber nur kurz in der Region: Für Dienstag und besonders in der Nacht zum Mittwoch deutet sich im DWD-Wettertrend starker Niederschlag an. Am Mittwoch könnten die Temperaturen demnach wieder unter 20 Grad fallen.

Große Belastung für Birkenpollen-Allergiker

Mit dem erwarteten sommerlichen Wetter ab Sonntag müssen sich Allergiker auf zunehmenden Pollenflug einstellen. „Wir bekommen voraussichtlich zum letzten Mal in diesem Jahr eine starke Belastung durch Birkenpollen in Berlin und Brandenburg“, sagte Matthias Werchan von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst der Deutschen Presse-Agentur. Es sei sozusagen das „letzte Gefecht“ der Birke – erwartet vor allem für Sonntag und Montag.

In Berlin sei die Birke schon weitgehend verblüht, allerdings sorgten Restbestände in Brandenburg noch für eine spürbare Belastung in der Hauptstadt. „Brandenburg nimmt unheimlich Einfluss auf Berlin“, erklärte Werchan. Im Nachbarbundesland sei die Birke mit ihren hoch allergenen Pollen wegen der lang anhaltenden Kälte dieses Jahr relativ spät durchgestartet. „In Berlin haben wir eher einen Wärmeinsel-Effekt, der zu einem früheren Blühstart führte.“

Spitzenbelastungen erwartet Pollenanalyst Werchan außerdem bei Platanen, auf die manche Menschen in Städten allergisch reagierten. Bei Eichen und Buchen beginne nun die Saison, auch bei Gräsern erwartet der Polleninformationsdienst zunächst einmal nur schwache Belastung. Die Blüte der Eschen hingegen sei mehrheitlich vorbei, sagte Werchan. Insgesamt habe es in diesem Frühjahr nur wenige Tage mit Spitzenbelastungen beim Pollenflug gegeben. „Bei Birke und Esche war es bisher keine besonders starke Saison. Es mangelte an guten Pollenflugbedingungen.“

Blütenstaub ist eigentlich harmlos. Das sensibilisierte Immunsystem von Allergikern schaltet beim Kontakt von Pollen mit den Schleimhäuten jedoch auf Abwehr: Tränende, juckende Augen, Niesanfälle und starker Schnupfen sind mögliche Folgen.