KalifornienDer nächste Schritt in Richtung Digitalisierung: Der zum Facebook-Konzern gehörende Nachrichtendienst Whatsapp möchte seinen Nutzern in Zukunft ermöglichen, direkt über den Chat Einkäufe zu tätigen. Verbraucher sollen dafür die herkömmliche App nutzen können und müssen keine weitere App installieren. Kleinere Unternehmen, welche ihre Waren und Dienstleistungen über diesem Wege vertreiben wollen, müssen dafür allerdings eine spezielle Business-App von Whatsapp installieren.  Für größere Unternehmen bietet der Nachrichtendienst neben der App auch eine Schnittstelle (API) für Kundenbetreuungssysteme oder Warenwirtschaftsoftware an. So kann auch ein hoher Andrang an Kundenanfragen bewältigt werden. 

WhatsApp Business wurde im Januar 2018 ins Leben gerufen. Seitdem hat sich der Dienst dynamisch entwickelt. Nach Angaben von Whatsapp senden inzwischen mehr als 175 Millionen Menschen täglich Nachrichten an einen Whatsapp-Business-Account. Zu den ersten Kunden des Dienstes gehörten Vodafone Deutschland und die spanische Fluggesellschaft Iberia, die im Whatsapp-Chat bislang vor allem auf Kundenanfragen eingehen. Die Schnittstelle von Whatsapp Business wird auch von Start-ups wie Twillo, MessageBird, Yalochat und Infobip genutzt, die damit für ihre gewerblichen Kunden eigene Cloud-Kommunikationsplattformen anbieten.

Whatsapp-Geschäftsführer (COO) Matt Idema sagte, die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass Unternehmen schnelle und effiziente Wege brauchen, um ihre Kunden zu bedienen und Verkäufe zu tätigen. „Whatsapp ist in dieser Zeit zu einer einfachen und bequemen Ressource geworden.“ Nun gelte es, den Service auszubauen. Whatsapp werde die Möglichkeiten für die Verbraucher erweitern, sich über verfügbare Produkte zu informieren und direkt aus einem Chat heraus Einkäufe zu tätigen.