Affenpocken heißen wohl schon bald nicht mehr Affenpocken. Wie mehrere Medien berichten, will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach eigenen Angaben die Bezeichnung ändern. Die WHO folgt demnach einem kürzlich gestartetem Aufruf von 30 Wissenschaftlern, einen „nicht diskriminierenden“ und „nicht stigmatisierenden“ Namen auszuwählen.

Die Forscher schreiben: „Die vorherrschende Wahrnehmung in den internationalen Medien und der wissenschaftlichen Literatur ist, dass MPXV bei Menschen in einigen afrikanischen Ländern endemisch ist.“ Endemisch bedeutet örtlich begrenzt. Die Wissenschaftler widersprechen der genannten Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

Wissenschaftler: Globalen Affenpocken-Ausbruch nicht mit Afrika assoziieren

Es sei allgemein bekannt, dass fast alle Affenpocken-Ausbrüche in Afrika vor dem Ausbruch in diesem Jahr das Ergebnis eines Übergreifens von Tieren auf Menschen waren und nur selten Berichte über anhaltende Übertragungen von Mensch zu Mensch vorliegen.

Dementsprechend sei die Bezeichnung des Virus als afrikanisch „nicht nur unzutreffend, sondern auch diskriminierend und stigmatisierend“. Zudem würden viele Medien Bilder von afrikanischen Menschen zeigen, die sich infiziert haben. Der Ursprung des Virus ist indes noch unklar. Aber es gebe, so die Wissenschaftler, „immer mehr Hinweise darauf, dass das wahrscheinlichste Szenario darin besteht, dass eine kontinentübergreifende, kryptische Übertragung auf den Menschen schon länger andauert als bisher angenommen“. Das derzeitige globale Infektionsgeschehen dürfe daher nicht mit Afrika, Westafrika oder Nigeria assoziiert werden.

„Die WHO arbeitet auch mit Partnern und Experten aus der ganzen Welt daran, den Namen des Affenpockenvirus, seiner Kladen und der von ihm verursachten Krankheit zu ändern. Wir werden die neuen Namen so schnell wie möglich bekannt geben“, sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus laut einem Bericht von Fox News.