Berlin - Es war eine Überraschung nach der Abgeordnetenhauswahl Ende September. Torsten Schneider, bisher parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion, verpasste den Einzug ins Berliner Parlament. Schneider, der als enger Vertrauter von Fraktions-und Parteichef Raed Saleh gilt, schaffte weder das Direktmandat, noch konnte er über die Bezirksliste einziehen. Kenner der Berliner Landespolitik fragten sich: Was wird nun aus Schneider? Wird er Senator oder zieht er sich aus der Politik zurück? 

Nun kam alles ganz anders, Schneider ist trotz Niederlage zurück. Und das passierte so: Tino Schopf, der seinen Wahlkreis in Prenzlauer Berg haushoch gewann und bisher verkehrspolitischer Sprecher war, stieg plötzlich zum Staatssekretär auf und arbeitet jetzt in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Sein Mandat gab er ab: an Torsten Schneider aus Pankow. Der darf nachrücken und ist nun politisch gerettet.  

Hat Giffey Schneider das Mandat zurückverschafft?

Haben hier die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey oder Raed Saleh einen SPD-Abgeordneten zum Staatssekretär gemacht und einem langjährigen SPD-Mann so sein Mandat zurückverschafft? Nein, das ist alles Zufall, antworten beide Politiker auf Anfrage der Berliner Zeitung. Er sei schon früh gefragt worden, ob er Staatssekretär werden wolle, so Tino Schopf. Auch für den Fall, dass die SPD das Verkehrsressort bekommt. Dass Schneider nachrückt, sei zufällig, erklärt er.

In der Tat ist Tino Schopf ein Politiker, der Giffey gefallen könnte. Er gilt als zuverlässig, loyal, kennt sich als Ex-Angestellter der Deutschen Bahn in Verkehrsfragen sehr gut aus und kommt wie Giffey aus Brandenburg. 

Torsten Schneider antwortet auf Anfrage: „Ich gehe davon aus, dass Herr Kollege Schopf Staatssekretär für unsere Landesbetriebe wurde, weil er ein sehr erfahrener und besonnener Fachmann ist und zudem als qualifizierter Verkehrspolitiker die BVG und damit maßgeblich die U-Bahnplanungen verantworten soll.“