WienNach dem Anschlag in Österreich hat Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) die Einrichtung einer unabhängigen Untersuchungskommission angekündigt. Er teilte mit, dass bei den „weiteren Schritten“ nach einer Warnung durch die slowakischen Behörden „offensichtlich in der Kommunikation etwas schiefgegangen“ sei.

Zuvor hatte Nehammer eingeräumt, dass die österreichischen Behörden bereits vor dem Anschlag in Wien Hinweise auf die potenzielle Gefahr hatten, die von dem Täter ausging. Der slowakische Geheimdienst habe das Bundesamt für Verfassungsschutz über einen versuchten Munitionskauf des Mannes informiert, so der Politiker. 

Die Schweiz teilte mit, dass auch zwei nahe Zürich festgenommene Männer im Alter von 18 und 24 den Behörden bereits bekannt waren. Gegen den Älteren laufe ein Verfahren im Zusammenhang mit Terrorismus. Der Jüngere war in einem Strafverfahren vor dem Winterthurer Jugendgericht angeklagt worden, hieß es von der zuständigen Staatsanwaltschaft. Er habe sich mit „dem Phänomen der Radikalisierung“ befasst.

Die Schweizer Behörden arbeiten demnach eng mit ihren österreichischen Kollegen zusammen, um die Verbindungen zwischen den zwei Männern und dem Wiener Attentäter zu klären. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wiederum will am Montag mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) über ein gemeinsames Vorgehen gegen islamistischen Terrorismus und den Schutz der europäischen Außengrenzen beraten.