WienÖsterreichs Kanzler Sebastian Kurz hat Details zu den Todesopfern der Terrorattacke von Wien bekannt gegeben. Es kamen ein älterer Mann und eine ältere Frau, ein junger Passant und eine Kellnerin ums Leben, wie Kurz am Dienstag in Wien sagte. Ein Polizist, der sich dem Täter entgegengestellt habe, sei niedergeschossen und verletzt worden.

Kurz hat nach dem islamistisch motivierten Terroranschlag in Wien vor einer Spaltung der Gesellschaft gewarnt. „Es muss uns stets bewusst sein, dass dies keine Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen oder zwischen Österreichern und Migranten ist“, sagte Kurz in einer Fernsehansprache an die Nation am Dienstag. Es sei vielmehr ein Kampf zwischen den vielen Menschen, die an den Frieden glaubten, und jenen wenigen, die sich den Krieg wünschten. Religion und Herkunft dürften nie Hass begründen.

„Wir werden die Opfer des gestrigen Abends niemals vergessen und gemeinsam unsere Grundwerte verteidigen“, sagte Kurz an die Adresse der in Österreich lebenden Menschen.

Der Iran hat den tödlichen Terroranschlag in Wien scharf verurteilt. „Dieser Anschlag hat erneut gezeigt, dass Terrorismus und Extremismus keine Grenzen kennen und aus welchen Gründen auch immer zu verurteilen sind“, sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Dienstag. Ein Ende der Islamphobie im Westen könnte auch zu einem Ende des islamistischen Terrors führen, fügte der Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna hinzu. Den Familien der Opfer sprach Chatibsadeh im Namen der iranischen Regierung sein Beileid aus.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Jordanien sicherten am Dienstag ihre Unterstützung zu. Auch die einflussreiche Al-Azhar-Lehranstalt in Kairo, die höchste Instanz für sunnitische Muslime in Ägypten, stellte sich auf die Seite Österreichs. Die Menschen müssten sich „vereinen, um Frieden in der Welt zu verbreiten und Gewalt und Hass“zu bekämpfen, forderte Al-Azhar

Auch Präsidentschaftskandidat Joe Biden und Kanzlerin Angela Merkel haben über Twitter ihre Solidarität bekundet.

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD), hat nach dem Anschlag von Wien vor einer neuen Welle des islamistischen Terrorismus gewarnt. „Ich bin tief betroffen und fühle mit den Opfern und Angehörigen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) und fügte hinzu: „Ich bin besorgt, dass dies erst der Anfang einer neuen Welle sein könnte. Wir müssen die Aktivitäten zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus weiter verstärken.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sagte: „Der islamistische Terror in Wien erschüttert uns zutiefst. Niemals kann eine Religion solche Gewalt, solchen Terror rechtfertigen. Dem entgegenzutreten, ist Aufgabe aller demokratischen Gesellschaften. Meine Trauer und mein tiefes Mitgefühl sind mit den Opfern, den Verletzten und ihren Angehörigen“.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat mit großer Bestürzung auf den Anschlag in Österreich reagiert. „Nach den jüngsten Attentaten in Frankreich haben jetzt in Wien erneut Islamisten einen Angriff auf unsere freiheitlichen Demokratien und unsere Werte verübt, dem unschuldige Menschen zum Opfer fielen“, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster am Dienstag.

Ob auch die Synagoge eines der Anschlagsziele war, sei zwar derzeit noch unklar, sagte Schuster. Unabhängig davon stehe aber fest, „dass Islamisten religiöse Toleranz und unsere pluralen Gesellschaften verachten“. Gerade jetzt „müssen wir gemeinsam in Europa noch stärker für unsere demokratischen Werte einstehen und diesem Hass entgegenwirken“.