WienNach dem islamistischen Anschlag am Montag hat die österreichische Regierung die Schließung mehrerer radikalislamischer Moscheen angeordnet. Das sei nach einem Krisentreffen von Integrationsministerin Susanne Raab mit dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, angeordnet worden, hieß es in einem Bericht der „Tagesschau“

Konkret geht es um einen Verein in den Wiener Stadtteilen Ottakring und eine Moschee in Meidling. Der am Montagabend von der Polizei erschossene Attentäter war in den Moscheen den Angaben zufolge aktiv und dürfte sich dort auch radikalisiert haben. Es gehe um den Entzug der Rechtsstellung sowie um die Auflösung von Vereinen.

Das Kultusamt sei am Donnerstag vom Innenministerium in Kenntnis gesetzt worden, dass der Attentäter immer wieder zwei Gebetsräume in Wien besucht habe, berichtete Raab. Einer davon, die Tewhid-Moschee in der Murlingengasse in Meidling, sei 2016 von der IGGÖ als Gemeinde eingerichtet worden. Die umgehende Schließung erfolge im Interesse der öffentlichen Sicherheit, da die im Islamgesetz von 2015 geforderte „positive Grundeinstellung gegenüber Gesellschaft und Staat“ nicht bestehe.

Nach dem Bekanntwerden weiterer Behördenpannen im Zusammenhang mit dem Attentat hat die österreichische Regierung außerdem personelle Konsequenzen gezogen. Der Leiter des Wiener Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), Erich Zwettler, wurde am Freitag vom Dienst suspendiert, wie der Wiener Polizeipräsident Gerhard Pürstl bei einer Pressekonferenz mitteilte. Die österreichische Regierung ordnete zudem die Schließung zweier radikalislamischer Moscheen in  der österreichischen Hauptstadt an, die der Täter besucht hatte.

Der Islamist hatte am Montagabend in Wien auf Barbesucher und Restaurant-Angestellte geschossen und dabei vier Menschen getötet, darunter eine Deutsche. Der Angreifer verletzte zudem 22 weitere Menschen, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.