In Wimbledon dürfen 2022 keine Tennisprofis aus Russland und Belarus mitspielen. Grund ist der Krieg in der Ukraine. An der Entscheidung der Veranstalter gibt es jetzt offizielle Kritik der beiden Profi-Organisationen ATP (Association of Tennis Professionals) und WTA (Women's Tennis Association). „Die WTA hat immer wieder betont, dass einzelne Sportlerinnen und Sportler nicht aufgrund ihrer Herkunft oder aufgrund von Entscheidungen der Regierungen ihrer Länder bestraft oder an der Teilnahme gehindert werden dürfen“, teilt die WTA mit. Die Organisation werde „Schritte und mögliche Maßnahmen gegen diese Entscheidung“ prüfen.

Die ATP teilte mit, es sei unfair, Spieler wegen ihrer Nationalität zu diskriminieren und stelle einen Bruch der Regel dar, dass die Teilnahme an dem Grand-Slam-Turnier alleine vom ATP-Ranking abhängig sei. Das Spielverbot trifft unter anderem den Weltranglisten-Zweiten Daniil Medwedew aus Russland und die zweimalige Grand-Slam-Turnier-Siegerin Victoria Asarenka aus Belarus. Russland kritisierte die Entscheidung scharf. „Ein weiteres Mal werden Sportler zu Geiseln irgendwelcher politischer Befangenheiten, politischer Intrigen, feindlicher Handlungen gegen unser Land gemacht. Das ist nicht hinnehmbar“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge.

Die Organisatoren von Wimbledon hatten zuvor mitgeteilt, es stünde mit in der Verantwortung des Turniers, den weltweiten Einfluss Russlands mit den möglichen Mitteln zu beschränken. Angesichts des Angriffskriegs wäre es nicht zu akzeptieren, dass das russische Regime Nutzen aus den Auftritten von Tennisprofis aus Russland oder Belarus in Wimbledon ziehen könne. Falls sich die Bedingungen bis Juni grundlegend verändern, werde dies bedacht.

Das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres findet vom 27. Juni bis zum 10. Juli statt. Wimbledon ist das erste Event, das Tennisprofis wegen der russischen Invasion in die Ukraine ausschließt. Vor der offiziellen Stellungnahme der Organisatoren hatten bereits verschiedene Medien, darunter die New York Times und die Times über den Ausschluss der russischen und belarussischen Profis berichtet.