Windkraft: Deutschland gründet mit acht weiteren Ländern Offshore-Allianz

Deutschland ist der drittgrößte Offshore-Windkraft-Staat der Welt. Klima-Beauftragte Jennifer Morgan sagt, die deutschen Kapazitäten müssen verdoppelt werden. 

Das Offshore-Potenzial in der Ostsee liegt angeblich bei insgesamt 93 Gigawatt. 
Das Offshore-Potenzial in der Ostsee liegt angeblich bei insgesamt 93 Gigawatt. dpa/Daniel Reinhardt

Deutschland hat bei der UN-Klimakonferenz mit acht anderen Staaten ein Bündnis zur Förderung von Offshore-Windparks geschlossen. Wie am Dienstag in Scharm el-Scheich mitgeteilt wurde, verpflichten sich die beteiligten Staaten, darunter die Niederlande, Belgien, Norwegen, Großbritannien, die USA und Kolumbien, Windkraftanlagen vor ihren Küsten rasch auszubauen.

An dieser Global Offshore Wind Alliance (Gowa) beteiligen sich auch die Privatwirtschaft und internationale Organisationen wie die Internationale Organisation für erneuerbare Energien (Irena). Die neun Gründungsstaaten hoben in ihrer Erklärung hervor, dass Offshore-Windkraftanlagen „in großem Umfang, in kurzen Zeiträumen und zu wettbewerbsfähigen Preisen“ errichtet werden könnten.

Bis 2050: Offshore-Windkraft von 60 Gigawatt auf 2000 Gigawatt steigern

Nach Angaben von Irena und der Internationalen Energieagentur (IEA) müssen die Kapazitäten von Offshore-Windkraft von derzeit gut 60 Gigawatt bis 2050 auf mehr als 2000 Gigawatt gesteigert werden, um die Erderwärmung wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen auf 1,5 Grad zu begrenzen und Treibhausgasneutralität zu erreichen. Die Gowa will nun bis Ende 2030 eine Offshore-Windkraft-Gesamtkapazität von wenigstens 380 Gigawatt aufbauen.

Die deutsche Klima-Beauftragte und Außenstaatssekretärin Jennifer Morgan erklärte, Deutschland sei mit einer Kapazität von derzeit rund acht Gigawatt der drittgrößte Offshore-Windkraft-Staat der Welt. Nun wolle Deutschland seine Kapazitäten bis 2030 auf 30 Gigawatt und bis 2045 auf 70 Gigawatt ausbauen.

„Neben der offensichtlichen Klimakrise ist die gegenwärtige Energiesicherheitskrise, getrieben vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, ein weiterer Grund für uns, unsere eigenen Bemühungen zu verdoppeln“, erklärte Morgan.