Berlin - In aktuellen Wettervorhersagen für den Winter macht ein bedrohlich klingendes Schlagwort die Runde. Vom „Arctic Outbreak“ ist die Rede – von einem „arktischen Ausbruch“. Verbunden ist dies mit Prognosen, die einen massiven Wintereinbruch befürchten lassen. Hysterie oder bald schon harte Winter-Wirklichkeit? Auch der Meteorologe Dominik Jung von Q.met widmet sich dem „Arctic Outbreak“, etwa in seinem aktuellen YouTube-Wetterbericht. Er erklärt, was realistisch zu erwarten ist. 

Diese Woche bleibt es „sehr schmuddelig“ und „sehr grau“

„Wir müssen ein bisschen behutsam vorgehen mit der Wetterprognose aktuell“, sagt der Meteorologe. „Denn der Winter erscheint immer wieder auf den Wetterkarten, aber er wird auch immer wieder nach hinten weggeschoben.“ In dieser Woche bleibe es „sehr schmuddelig“ und „sehr grau – typisches Novemberwetter“. Aber: Ab der nächsten Woche könne es „spannend werden“. Kommt der Wintereinbruch? Und wenn ja, wann?   

Mit Blick auf eine sogenannte Ensemble-Vorhersage, die bis zum 1. Dezember reicht, sagt Jung: „Momentan schaut es so aus, 60 Prozent für winterliche Temperaturen, 40 Prozent sprechen aktuell noch dagegen.“ Der große Wintereinbruch sei bereits für Ende Oktober angekündigt worden, dann für Mitte November, nun vielfach für Ende November. Eine weitere aktuelle Berechnung für den 1. Advent (28. November) sieht eine „stramme Nordlage“ voraus, so Jung. Bringt sie den eisigen „Arctic Outbreak“?

Temperaturen von bis zu minus zwölf Grad im Nordosten 

Dominik Jung erklärt diese – durchaus realistische – Vorhersage für den 1. Advent so: „Aus Nordeuropa kämen die kalten Luftmassen zu uns nach Deutschland geströmt mit Temperaturen von bis zu minus zwölf Grad im Nordosten, aber auch im Südwesten würde es richtig kalt werden, in der Höhe bis zu minus acht, teilweise minus zehn Grad“. Dies würde in der Tat ausreichen, so Jung, um Schneeflocken sogar bis in tiefe Lagen zu bringen.

Bis zum 1. Advent sei es allerdings noch fast 14 Tage hin und die meisten Wetter-Modelle reichen nicht so weit. Eine seriöse Feststellung zu den Winterprognosen müsste also lauten: „Da kann sich noch einiges ändern.“