Berlin - Der angesichts möglicher Infektionsgefahren befürchtete Ansturm auf deutsche Wintergebiete ist am Sonnabend vorerst ausgeblieben. Polizei und Kommunen hatten zuvor Sperrungen und verstärkte Kontrollen angekündigt. Am vergangenen Wochenende waren viele Menschen trotz gegenteiliger Appelle in verschneite Bergregionen geströmt. Auf überfüllten Parkplätzen und an den Hängen wurden Mindestabstände oft nicht eingehalten.

In Nordrhein-Westfalen war es am Sonnabend in beliebten Orten im Sauerland und in der Eifel nach Angaben der Polizei zunächst ruhig. Am Mittag hätten sich die Parkplätze hinter der gesperrten Zone und die Rodelpisten allerdings langsam gefüllt, hieß es. Der Zulauf in Winterberg, Schmallenberg, Sundern und Olsberg halte sich aber in Grenzen und sei kein Vergleich zum vergangenen Wochenende, so ein Sprecher. Er sagte: „Wir sind sehr froh, dass die Menschen den Appellen folgen.“ Auch in der Eifel gab es laut offiziellen Informationen am Vormittag fast keinen Zustrom von Touristen.

„Viel los, doch noch nicht chaotisch“

Bayerns beliebte Ausflugsziele verzeichneten am Vormittag ebenfalls noch keinen großen Ansturm, meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Trotz der Appelle, zu Hause zu bleiben, waren demnach aber viele Menschen unterwegs - insbesondere am Schwansee im Ostallgäu. Im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald verzeichnete die Polizei zunächst kein verstärktes Besucheraufkommen.

Im Nordschwarzwald wurden bereits am Morgen alle Zufahrtsstraßen zur Schwarzwaldhochstraße gesperrt, sagte ein Sprecher der Offenburger Polizei. Die Parkplätze seien bereits am Vormittag belegt gewesen. Die Menschen, die mit ihren Autos auf den gesperrten Straßen standen, waren aber meist einsichtig und akzeptierten die Anweisungen der Beamten, hieß es. Mit Blick auf die Schwäbische Alb sagte ein Sprecher des Reutlinger Polizeipräsidiums: „Es ist zwar viel los, doch es ist noch nicht chaotisch.“

Harz: Besucher besser verteilt als an den Vortagen

Auch im Harz waren viele Menschen unterwegs, um zu rodeln oder Winterwanderungen zu unternehmen. Anders als am vergangenen Wochenende habe es aber zunächst keinen Ansturm auf beliebte Orte gegeben, so ein Polizeisprecher in Halberstadt. Ein Großraum-Parkplatz im niedersächsischen Torfhaus bei Goslar war ab Mittag voll, teilte die Polizei mit. Die Besucher sollen sich aber besser in der Region verteilt haben als an den Vortagen.

Im Thüringer Wald waren die Parkplätze - zum Beispiel rund um Siegmundsburg, Ilmenau oder Masserberg - bis Mittag gut gefüllt, so die dpa. Eine Sprecherin der Polizei in Sonneberg sprach aber von einer normalen Lage: „Es ist bisher alles im Rahmen.“ Orte im Thüringer Wald waren in den vorherigen zum Teil von Ausflüglern überrannt worden, wie die dpa berichtete.