WM-Protest: „Letzte Generation“ attackiert DFB-Campus mit Farbe

Klimaaktivisten haben die Fassade des DFB-Campus in Frankfurt besprüht. Sie protestieren gegen „blutige Deals“ zwischen Deutschland und Ländern wie Katar.

Attacke mit schwarzer Farbe: Ähnlich wie hier bei der Commerzbank ging „Letzte Generation“ auch am DFB-Campus vor.
Attacke mit schwarzer Farbe: Ähnlich wie hier bei der Commerzbank ging „Letzte Generation“ auch am DFB-Campus vor.dpa/Sebastian Gollnow

Aktivisten der „Letzten Generation“ haben am Mittwoch die Fassade des DFB-Campus in Frankfurt am Main mit schwarzer Farbe besprüht. Man habe sich für Schwarz entschieden, denn dies sei die Farbe des Öls, das Deutschland von „blutigen Regimen“ einkaufe. Die Klimaschützer wollten zur Fußball-WM in Katar gegen derartige „blutige Deals“ der Bundesregierung oder auch von Konzernen wie der Fifa protestieren, hieß es in einer Mitteilung. Am Mittwoch fand das erste Deutschland-Spiel der WM statt.

Aimée van Baalen, eine Sprecherin der „Letzten Generation“, sagte: „Wir sind empört! Die ganze Welt versucht krampfhaft, die Augen vor den Verbrechen Katars zu verschließen, um sich den Spaß am Fußball nicht nehmen zu lassen. Aber was ist das für Spaß? Was ist das für ein Spiel, wenn es auf dem Rücken des Globalen Südens, auf dem Rücken der Armen, auf dem Rücken unserer Zukunft ausgetragen wird?“

Massive Menschenrechtsverletzungen beim Bau der WM-Stadien

In Katar ignoriere die Bundesregierung nicht nur massive Menschenrechtsverletzungen beim Bau der WM-Stadien. Auch beim Erschließen neuer Energielieferanten schrecke der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck nicht vor einem Deal mit dem autoritären Regime zurück – auch wenn die Vereinbarung letztlich wohl geplatzt sei. Und Katar sei kein Einzelfall: Deutschlands vormals größter Gaslieferant Russland beispielsweise sei ein autoritäres Regime und angesichts der Invasion in der Ukraine ein Kriegstreiber.

Die „Letzte Generation“ forderte die Bundesregierung auf, Verantwortung zu übernehmen, Farbe zu bekennen und entschieden Energie zu sparen: „Im Kampf gegen die Klimakatastrophe, zur Beendigung der Abhängigkeiten von kriminellen Regierungen und für die Einhaltung von Menschenrechten.“ Ein Tempolimit und eine Rückkehr zum 9-Euro-Ticket seien in diesem Kontext sinnvolle Maßnahmen, hieß es.