MünchenDer frühere Finanzvorstand von Wirecard, Jan Marsalek, soll einem Medienbericht zufolge zusammen mit anderen Personen 505 Millionen Euro veruntreut haben. Das gehe aus dem europäischen Haftbefehl hervor, mit dem nach Marsalek gesucht wird, so der Rechercheverbund aus WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung sowie das österreichische Nachrichtenmagazin Profil. Der Vorwurf bezieht sich demnach auf die Jahre 2018 bis 2020.

Für den Zeitraum 2015 bis 2020 werfe die Staatsanwaltschaft München I Marsalek insgesamt mindestens 15 Straftaten vor, heißt es in dem Bericht weiter: „vier Fälle von Bilanzfälschung und Manipulation des Aktienkurses von Wirecard; mindestens fünf Fälle der besonders schwerwiegenden Veruntreuung von Wirecard-Vermögen; mindestens sechs Fälle des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs“. 

Den Angaben zufolge sind im Haftbefehl verschiedene Höchstdauern für Freiheitsstrafen angegeben, die Marsalek drohen, wenn er festgenommen wird: viermal jeweils zehn Jahre sowie einmal fünf Jahre. Zuletzt forderte die sogenannte Bürgerbewegung Finanzwende Konsequenzen aus dem Wirecard-Skandal.