Berlin - Restaurants und Bars in den S-Bahn-Bögen am Berliner James-Simon-Park haben das Verbot kritisiert, die Grünanlagen ab 20 Uhr nicht mehr betreten zu dürfen. „Uns fehlen die Gäste“, sagte Julia Simon, stellvertretende Geschäftsführerin der Olla Grill und Orient Lounge der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend nach Sperrung des Parks. Normalerweise sei es voll, doch jetzt sei nur etwa die Hälfte der Tische besetzt. Das sei zu einhundert Prozent untypisch für einen Freitagabend, auch wenn es momentan regne.

Nach Ausschreitungen am vergangenen Wochenende hatte der Bezirk Mitte entschieden, den Park abends für Besucher zu schließen. Das Verbot gilt seit vergangenem Freitag. Die Lokale in den S-Bahn-Bögen am Parkrand dürfen aber weiter öffnen. Das Problem: Gäste können die Restaurants nur über die Parkeingänge erreichen, die wiederum am Freitagabend von der Polizei kontrolliert wurden. Beamte begleiteten Gäste daher bei Regenwetter vom Parkeingang bis zum Lokal, wie ein dpa-Reporter beobachtete.

Gastronom: Geldeinnahmen sinken, Existenzen sind gefährdet  

Es gebe Leute, die fühlten sich unwohl, sagte dazu der Geschäftsleiter von CôWei, einem vietnamesisch-japanischen Restaurant. Durch den Polizeieinsatz verliere man massiv Umsätze, erklärte Herr Nguyen. Existenzen seien gefährdet, vor allem nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Er unterstütze die Maßnahmen prinzipiell, sagte er. Aber man könne nicht „uns so einfach vergessen“. Auch Julia Simon von Olla sagte, sie wünsche sich eine Lösung, die „uns ein bisschen mehr mit einschließt“.