Düsseldorf - Der Kohleausstieg vollzieht sich einem Bericht zufolge derzeit schneller als geplant. Das geht aus einem Papier des Bundeswirtschaftsministeriums zum Stand der Umsetzung des Kohleausstiegs-Gesetzes hervor, über das die Rheinische Post berichtete. „Durch die guten Erfolge der Ausschreibungen für Steinkohle und zusätzliche marktgetriebene Stilllegungen wird das Ziel für 2022, die Steinkohleanlagen und Braunkohlekleinanlagen auf 15 Gigawatt zu reduzieren, voraussichtlich sogar übererfüllt werden“, heißt es demnach in dem Papier.

Bund und Länder hatten vor einem Jahr die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass der Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 gelingt. Die Kohle-Regionen sollen im Gegenzug insgesamt 40 Milliarden Euro erhalten.

Baerbock kritisiert Scholz’ Aussage zu Kohleausstieg

Die Grünen fordern ein Vorziehen des Kohleausstiegs auf 2030 – auch um den inzwischen beschlossenen strengeren Emissionszielen gerecht zu werden. Dagegen gibt es jedoch Widerstände in Teilen der SPD. Auch CDU-Chef Armin Laschet lehnte kürzlich einen schnelleren Ausstiegsfahrplan ab, was von Umweltverbänden scharf kritisiert wurde.

Zuletzt kritisierte die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, die Absage von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz an einen früheren Ausstieg aus der Kohleverstromung. „Ein Kohleausstieg 2038 ist mit dem deutschen Klimaziel nicht vereinbar. Wenn Olaf Scholz daran festhält, nimmt er bewusst in Kauf, dass Deutschland sein vertraglich vereinbartes Klimaziel verfehlt.“