Wirtschaftsweise fordert: Hohe Renten kürzen, Beiträge anheben

Bei der Rente seien deutlich weitergehende Schritte als bisher geplant nötig, so die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer. Sie warnt vor dramatischen Folgen.

Monika Schnitzer ist Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Monika Schnitzer ist Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.dpa/Michael Kappeler

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer fordert angesichts des demographischen Wandels in Deutschland eine Kürzung hoher Renten. „Wir sollten besonders hohe Renten künftig abschmelzen“, sagte Schnitzer der Süddeutschen Zeitung. „Wer üppige Rentenansprüche erarbeitet hat, bekäme dann etwas weniger“, sagte Schnitzer. Es seien deutlich weitergehende Schritte als bisher geplant nötig, um das deutsche Rentensystem zu sichern.

Neben einer Kürzung hoher Renten forderte Schnitzer zudem eine rasche Anhebung der Beiträge zur Rentenversicherung. Die Beiträge „dürften steigen, nach dem, was man so hört“, sagte Schnitzer der SZ. Sie befürworte dies, sagte Schnitzer – und forderte, die Beitragssätze „jetzt schon anheben, um die starke Babyboomer-Generation, die bald in Rente geht, noch an den Kosten zu beteiligen“.

Ohne Reformen der Rente: Wirtschaftsweise warnt vor dramatischen Folgen

Zudem bekräftigte Schnitzer die Forderung des Wirtschaftsweisen-Rats, das Renteneintrittsalter allmählich bis auf 70 anzuheben. Sollte die Politik das Rentensystem nicht umfassend reformieren, drohen Schnitzer zufolge dramatische Folgen: „Kein Geld für Bildung, für Verkehrswege, für erneuerbare Energien. Ich habe große Sorge, dass das hinten runterfällt.“.