Der Wirtschaftswissenschaftler Boris von Heesen hat berechnet, wie viel Männer die Gesellschaft pro Jahr mindestens kosten. In einem Interview mit dem Handelsblatt beziffert von Heesen die Summe wie folgt: „Es sind etwas mehr als 63 Milliarden Euro im Jahr, die sicher nur einen kleinen Teil abbilden.“ Er habe allerdings nur amtliche Statistiken auswerten können, weshalb viele andere Bereiche nicht in die Berechnung miteinbezogen worden seien.

Von Heesen hat dazu offenbar die Kosten für Gefängnisaufenthalte, Wirtschaftskriminalität, Sucht, Diebstahl, Alkohol, Glücksspiel, häusliche Gewalt, starken Tabakkonsum und mehr analysiert. In diesen Bereichen dominierten Männer. So seien beispielsweise knapp 94 Prozent der Häftlinge in Deutschland Männer.

Forscher: Männer hinterlassen „finanzielle Schneise der Verwüstung“

Wie kommt es, dass offenbar Männer diese Rankings anführen? Von Heesen hat eine Erklärung: „Ich denke, dass soziale Prägungen und patriarchale Rollenstereotype verantwortlich sind, die ganz früh auf Jungen und Mädchen einwirken.“ Wer Gefühle zeige, werde mitunter abgewertet. „Gefangen in einem Panzer aus Zuschreibungen achten solche Männer tendenziell weniger auf ihre und die Gesundheit anderer – und kompensieren Stress und Unsicherheit später durch Alkohol, Drogen, Arbeitswut, Pornografie oder Gewalt und hinterlassen dabei eine finanzielle Schneise der Verwüstung“, sagt von Heesen gegenüber dem Handelsblatt.

In seinem aktuellen Buch, das sich nicht pauschal gegen Männer richte, wolle er „zeigen, welche erheblichen ökonomischen Schäden das Patriarchat in Form ungesunder männlicher Verhaltensweisen verursacht“. Auch Frauen stützten ein männliche Gesellschaftsordnung, indem manche Männern beispielsweise absprechen würden, sich genauso gut um die Kinder kümmern zu können wie sie selbst.