Wissenschaftler haben den größten Kometen, der jemals beobachtet wurde, gefunden. Wie das Magazin Livescience berichtete, stellt der neue Bernardinelli-Bernstein-Komet einen Rekord auf. Er soll einen Durchmesser von über 136 Kilometern haben. Zum Vergleich: Das entspricht der 15-fache Höhe des höchsten Berges der Erde, dem Mount Everest.

Der neue Komet stößt den Hale-Bopp-Kometen vom Thron, der 1995 entdeckt wurde und bis vor kurzem noch als der größte je entdeckte Komet galt. Der Bernardinelli-Bernstein-Komet ist nach seinen Entdeckern, den Wissenschaftlern Gary Bernstein von der University of Pennsylvania und Pedo Bernardinelli von der University of Washington benannt. Sie entdeckten den Himmelskörper erstmals 2014, als dieser jedoch noch zu weit entfernt war, um die Größe feststellen zu können. Erst dachte die Wissenschaftler, es handele sich um einen Planeten. Jetzt ist gewiss, dass das ein Komet ist.

Komet nicht mit bloßem Auge sichtbar

Der Komet stammt aus der sogenannten Oortschen Wolke. Es handelt sich dabei um eine bisher nicht nachgewiesene kugelschalenförmige Ansammlung astronomischer Objekte im äußersten Bereich des Sonnensystems. Die Umlaufbahn der Oortschen Wolke führt den Kometen mit sich und ist dabei bis zu ein Lichtjahr von der Sonne entfernt. Der Komet bräuchte 5,5 Millionen Jahre, um die Umlaufbahn der Oortschen Wolke vollständig zu umlaufen. Aktuell befindet der sich auf dem Weg ins Innere des Sonnensystems. Bis in die Nähe der Erde wird er es aber nicht schaffen. Anfang 2031 wird der Komet der Erde am nähesten kommen: Mit elf Astronomischen Einheiten ist er aber aber noch weit entfernt. Eine Astronomische Einheit entspricht knapp 150 Millionen Kilometern.

Der Komet wird im Laufe seiner Reise schrumpfen, so die Wissenschaftler. Dies liegt daran, dass sich der Kometenschwanz, sobald er sich näher an der Sonne befindet, ausbreitet und der Hauptkörper des Kometen schmelzen wird.

Mit dem bloßen Auge wird der Bernardinelli-Bernstein-Komet von der Erde aus nicht zu sehen sein. Wissenschaftler beobachten ihn weiterhin mit einem Teleskop, um mehr über ihn zu erfahren.