Johannesburg - Erste Hinweise auf die neue Corona-Variante Omikron kamen nach Wissenschaftler-Angaben aus dem afrikanischen Staat Botsuana. Bei einer Pressekonferenz des südafrikanischen Gesundheitsministeriums sagte die Wissenschaftlerin Anne von Gottberg vom Nationalen Institut für Ansteckende Krankheiten NICD am Montag in Johannesburg: „Botsuana hat als erstes eine der Sequenzen identifiziert.“ Die Wissenschaftler des Nachbarstaates hätten ihre Erkenntnisse dann in eine international zugängliche Datenbank eingetragen. „Aber es brauchte noch weitere Sequenzforschungen um zu erkennen, was da passiert“, erklärte von Gottberg.

Die Information aus Botsuana habe südafrikanischen Experten geholfen, nach weiteren Untersuchungen den steilen Anstieg der täglichen Infektionszahlen im eigenen Land mit der neuen Variante zu erklären. Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla informierte am vergangenen Donnerstag die Öffentlichkeit über die Erkenntnisse.

Botsuana: Erste Fälle waren Diplomaten

Botsuanas Gesundheitsministerium hatte in einer Stellungnahme Ende vergangener Woche betont, bei den ersten Verdachtsfällen habe es sich um vier ausländische Diplomaten gehandelt, deren Nationalität aber nicht genannt wurde. Ministeriumssprecherin Shirley Mukamambo bestätigte am Montag der Deutschen Presse-Agentur: „Das Quartett wurde am 11. November positiv getestet.“ Die Analyse der Ergebnisse ergab demnach am 22. November den Hinweis auf eine neue Virusvariante, die schließlich am 24. November als B 1.1.529 bekanntgemacht wurde.

Die neue Variante wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Omikron bezeichnet und als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass sie die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte.