Hamburg/Berlin - Im Hamburger Prozess um die Versklavung zweier Jesidinnen ist die 37-jährige Omaima A. am Donnerstag zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt worden. 

Das Hanseatische Oberlandesgericht war überzeugt, dass die Witwe des IS-Terroristen und Berliner Rappers Denis Cuspert (Deso Dogg) als Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Form der Versklavung nach dem Völkerstrafgesetzbuch leistete (Az.: 4 St 1/21).

Einbezogen in die Gesamtfreiheitsstrafe wurde eine bereits rechtskräftige Verurteilung zu dreieinhalb Jahren. Nach einer Verständigung auf einen Strafrahmen hatte die Angeklagte zu Prozessbeginn eingeräumt, dass sie 2016 ihre Wohnung in der syrischen Stadt Rakka von versklavten Jesidinnen einer Freundin reinigen ließ. Die in Hamburg geborene Deutsch-Tunesierin distanzierte sich vom IS und bedauerte ihr „Fehlverhalten“.

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Denis Cuspert hatte über soziale Medien Propaganda für den IS veröffentlicht. 

IS-Terrorist Cuspert vermutlich bei Luftangriff getötet

Die gebürtige Hamburgerin war Anfang 2015 ihrem damaligen Mann ins Gebiet des Islamischen Staats (IS) nach Syrien gefolgt. Mit ihren drei Kindern lebte sie in der Hochburg der Terrororganisation Rakka. 

Nach dem Tod ihres Mannes im Frühjahr 2015 heiratete sie dessen Freund Cuspert alias Deso Dogg. Der Berliner Gangster-Rapper hatte sich 2014 dem IS angeschlossen und stand in den USA auf der Terrorliste. Der Verfassungsschutz Berlin schätzte ihn als Kriegsverbrecher und führenden deutschsprachigen Propagandisten der Terrororganisation ein. Er wurde höchstwahrscheinlich 2018 in Syrien bei einem Luftangriff getötet.