Union Berlins Dirk Zingler: Fußball vor politischer Vereinnahmung schützen

Bei der WM gibt es immer wieder Kritik am Gastgeberland Katar. Auch die deutsche Elf protestierte. Jetzt findet Union Berlins Präsident klare Worte.

Union-Präsident Dirk Zingler
Union-Präsident Dirk Zinglerdpa/Hendrik Schmidt

Union Berlins Präsident Dirk Zingler hat mit Blick auf die Diskussionen um die Fußball-WM in Katar vor einer zunehmenden medialen und politischen Vereinnahmung des Fußballs gewarnt. „Natürlich kann man über Katar und diese WM diskutieren. Aber für mich bedeutet der Fußball, insbesondere internationale Meisterschaften, auch Brücken zu bauen“, sagte der 58-Jährige dem Kicker.

Weltmeisterschaften fänden richtigerweise an den unterschiedlichsten Orten der Welt statt, an denen schon immer unterschiedliche Kulturen, soziale Normen, religiöse oder auch zivilgesellschaftliche Grundwerte aufeinanderträfen. „Und dabei gelingt es dem Sport sehr gut, nicht die Unterschiede, sondern die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichsten Menschen und Regionen in den Vordergrund zu stellen“, sagte Zingler.

Union Berlins Dirk Zingler: Herkunft, Religion oder sexuelle Orientierung stehen im Fußball nicht im Vordergrund

Sportler würden sich grundsätzlich mit Respekt begegnen. „In den Kabinen, auf dem Rasen, überwiegend auch auf den Rängen ist deine Herkunft, deine Religion, deine sexuelle Ausrichtung und vieles andere nicht von Bedeutung. Jeder darf sein, wer er ist.“ Der Sport könnte daher für viele Bereiche in den Gesellschaften Vorbild sein, sagte Zingler. Aber es passiere genau das Gegenteil.

„Wir müssen den Sport, seine Sportlerinnen und Sportler, seine Organisationen stärker vor politischer oder medialer Vereinnahmung schützen, und natürlich auch eigene Schwächen und Fehler korrigieren“, sagte der Präsident des Fußball-Bundesligisten. „Nur mit gegenseitigem Respekt werden wir Verbindendes finden. Und davon lasse ich mich bei meiner Sicht auf die WM in Katar leiten, auch wenn vieles in diesem Land nicht meinen persönlichen Werten entspricht. Für die eigenen Werte werben, ohne andere respektlos zu behandeln.“