Berlin: Wer jetzt Anspruch auf Wohngeld hat

Ab sofort können Anträge auf Wohngeld in Berlin auch online gestellt werden. Wie viel es gibt, wer berechtigt ist und wer nicht – ein Überblick.

Mehr Menschen als bisher sollen nun Wohngeld erhalten. 
Mehr Menschen als bisher sollen nun Wohngeld erhalten. dpa/Monika Skolimowska

Mehr Haushalte haben seit dem Jahreswechsel Anspruch auf Wohngeld – in Berlin kann der entsprechende Antrag nun zudem online eingereicht werden. „Damit ermöglichen wir eine schnelle und unkomplizierte Antragstellung“, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen am Montag mit. Berlin habe sich „so früh wie möglich“ auf die Umsetzung der Reform vorbereitet, „denn uns ist wichtig, dass Haushalte mit geringem Einkommen von hohen und steigenden Wohnkosten entlastet werden“, sagte Bausenator Andreas Geisel laut Mitteilung.

Wohngeld: Wer ist berechtigt und wer nicht?

Wohngeld können Haushalte beantragen, die zwar keine Sozialleistungen beziehen, trotzdem aber wenig Geld haben. Das gilt sowohl für Mieter als auch für Eigentümer von Wohnungen und Häusern, die ihr Eigenheim selbst nutzen. Mit der Reform zum Jahreswechsel sollen zu den bisher 600.000 Wohngeld-Haushalten bis zu 1,4 Millionen weitere dazukommen. Der staatliche Zuschuss wird um durchschnittlich 190 Euro im Monat aufgestockt. Damit erhalten die berechtigten Haushalte im Schnitt rund 370 Euro monatlich.

Ein niedriges Einkommen ist noch kein sicheres Indiz für die Wohngeldberechtigung. Denn manche Verbraucher sind davon ausgeschlossen. Das sind all jene, die schon Sozialleistungen erhalten, die auch die Wohnkosten abdecken. Dazu zählen Empfänger von Hartz IV, Menschen in der Grundsicherung und Studenten mit Bafög. Dagegen kommt das Wohngeld für Rentner, Arbeitslose mit Arbeitslosengeld I oder auch Kurzarbeiter durchaus infrage. Bei Studierenden ist die Lage etwas komplizierter. Wer kein Bafög erhält, kann Wohngeld beantragen. Ist das eigene Einkommen oder das der Eltern allerdings so hoch, dass der Bafög-Antrag abgelehnt wurde, gibt es auch kein Wohngeld. Studierende mit Kindern wiederum können Wohngeld beantragen, auch wenn sie Bafög beziehen.

Wohngeldrechner nutzen

Es gibt im Internet verschiedene Wohngeldrechner. Einfach zu bedienen ist der Wohngeldrechner des Bundesbauministeriums. Auch auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gibt es einen Wohngeldrechner.

Abgefragt werden hier die Zahl der Haushaltsmitglieder, das Einkommen, die Bruttokaltmiete und die Mietenstufe. Letztere sagt aus, wie hoch die Mieten in der Region sind, in der man lebt. Die Mietenstufe lässt sich auf einer weiteren Tabelle des Ministeriums herausfinden. Sind die Eingaben erledigt, wird der Anspruch ausgerechnet. Das tatsächliche Wohngeld kann später allerdings davon abweichen, auch weil es regionale Unterschiede gibt.