Berlin soll Wohnungen auf Fastfood-Restaurants bauen

Burger-Buden und Schnellrestaurants verfügen oft nur über ein Erdgeschoss. Darüber wäre genug Platz für neue Wohnungen. Diese Idee der Linkspartei kommt bei vielen gut an.

Neue Wohnungen auf Gebäuden von Fastfood-Restaurants: Wenn es nach der Berliner Linken geht, soll so die Wohnungsnot bekämpft werden. 
Neue Wohnungen auf Gebäuden von Fastfood-Restaurants: Wenn es nach der Berliner Linken geht, soll so die Wohnungsnot bekämpft werden. dpa/Jan Woitas

McDonald's, Burger King, Kentucky Fried Chicken und Co könnten in Berlin bald einen interessanten Umbau erleben. Auf der Suche nach Wohnraum sind der Fantasie offenbar keine Grenzen gesetzt. Die Berliner Linke hat jetzt einen Vorschlag gemacht, die Wohnungsnot in der Hauptstadt mit der Bebauung von Burger-Restaurants zu bekämpfen.

Wie der RBB berichtet, denkt die Partei darüber nach, Fastfood-Restaurants mit Wohnraum aufzustocken – oben auf den bisherigen Dächern. Der Vorteil: Es müssten keine neuen Flächen erschlossen werden. Die Idee stößt schon jetzt auf offene Ohren.

Demnach gebe es im Stadtgebiet jede Menge Fastfood-Restaurants, die ausgebaut werden könnten. Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) erklärte dem RBB, dass allein in seinem Bezirk einige hundert Wohnungen durch die bauliche Erweiterung geschaffen werden könnten. Denn bis zu 30 entsprechende Restaurant gebe es im Berliner Osten, die Potential zum Wohnungsbau hätten. 

Grunsts Lichtenberger Parteikollege Sebastian Schlüsselburg meint, Berlin könne nicht in der Breite wachsen, aber in der Höhe. „Hier bauen wir keine Innenhöfe zu, sondern nutzen vernünftiges Potenzial – wenn die Eigentümer mitziehen.“ 

Berlins Bausenator Geisel begrüßt die Idee

Berlins Bau- und Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) begrüßt die Idee. Auch er hält es für sinnvoll, auf bereits versiegelten Flächen Wohnungen zu bauen. Man schaue sich jeden Standort an, ob er infrage komme, erklärte Geisel dem RBB. 

Geisel verglich den Vorschlag mit dem bereits erfolgten Wohnungsbau auf Supermärkten. Durch die Aufstockung würden pro Jahr etwa 500 Wohnungen hinzu kommen. Das löse zwar nicht das Wohnungsproblem Berlins, sei aber ein weiteres wichtiges Puzzleteil. Nach mehreren sogenannten „Supermarkt-Gipfeln“ hatte der Senat Wohnungsbaupotenziale bei rund 330 Supermärkten in Berlin ausgemacht. Bis zu 36.000 Wohnungen könnten auf diesen entstehen. Aus einer Antwort auf eine Anfrage der CDU geht hervor, dass derzeit rund 100 Projekte in Planung oder im Bau seien, heißt es in dem RBB-Bericht.

Die Oppositionspartei CDU kritisiert den Senat dafür, dass das Bebauungspotenzial der Supermärkte nicht ausreichend genutzt werde. Der wohnungsbaupolitische Sprecher Dirk Stettner räumte ein, dass die Fastfood-Idee sinnvoll sei, sofern diese städtebaulich umgesetzt werden könne. Laut dem CDU-Politiker wäre in diesem Fall jeder Wohnungsbau über einem Eingeschosser eine Bereicherung.