BerlinWegen eines Streits um den Umgang mit Wölfen hat der Bundesverband Berufsschäfer den Vorsitzenden des Schafzuchtverbands Berlin-Brandenburg, Knut Kucznik, ausgeschlossen. „Die Mitglieder haben die Meinung des Vorstandes bestätigt“, sagte der Bundesvorsitzende Günther Czerkus der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Es sei keinesfalls als Gewinn zu sehen, dass der Bundesverband zu solchen Mitteln greifen müsse, so Czerkus. Man kämpfe um jedes Mitglied. Die Entscheidung wolle man auch als Neuanfang nutzen, um die Kommunikationsstruktur im Verband zu verbessern. Kucznik soll seinen Posten im Schafzuchtverband behalten.

Besserer Herdenschutz versus Abschuss

Er hatte Ärger im Bundesverband ausgelöst, weil er in sozialen Netzwerken Kollegen aufgefordert hatte, für einen besseren Herdenschutz der Schafe zu sorgen – statt den Abschuss von Wölfen zu fordern. Da Kucznik Widerspruch gegen seinen Ausschluss eingelegt hatte, musste die Mitgliederversammlung entscheiden. Auslöser für den Ausschluss waren Kucznik zufolge Videos, die er veröffentlicht habe. Darin habe er zeigen wollen, wie der Schutz von Schafen und Ziegen mit Zäunen und Schutzhunden funktioniere.

Ihm sei wichtig, dass der Abschuss von Wölfen gesetzlich verboten und nur bei denjenigen Raubtieren zulässig sei, die trotz Schutzmaßnahmen wiederholt Schaf- oder Ziegenherden angegriffen hätten, so Kucznik. Schäfer seien verpflichtet, die Natur und damit auch den Wolf zu schützen. Der Vorstand des Bundesverbands habe ihm daraufhin Beleidigung der Kollegen vorgeworfen. Nach der Entscheidung vom späten Mittwochabend war Kucznik laut dpa zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.