Selenskyj nennt Bedingungen für „echte Friedensverhandlungen“ mit Russland

Der ukrainische Präsident hat fünf Forderungen für Friedensverhandlungen mit Russland. Auch sollten sie nicht mit Putin, sondern einem Nachfolger geführt werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyjdpa/AP/Efrem Lukatsky

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat in seiner Abendansprache Bedingungen für „echte Friedensverhandlungen“ mit Russland genannt. Das berichtet der ukrainische Fernsehsender Espreso TV.

Zu den Bedingungen gehören laut dem Bericht die „Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine“, die „Achtung der UN-Charta“, die „Entschädigung für alle durch den Krieg verursachten Schäden“, die „Bestrafung aller Kriegsverbrecher“ und „Garantien, dass sich so etwas nicht wiederholt“.

Laut Präsidentenberater Mychajlo Podoljak sei Kiew also zu Friedensverhandlungen mit Moskau bereit – aber nur mit einem künftigen Nachfolger von Präsident Wladimir Putin.

Mit Blick auf die gegenwärtig stattfindende UN-Klimakonferenz in Ägypten sagte Selenskyj weiter: „Wenn sich die Welt auf die Bekämpfung von Kriegen, Energie- und Nahrungsmittelkrisen und die Zerstörung der üblichen internationalen Beziehungen konzentriert, leidet natürlich die Klimaagenda. Und die Klimazerstörung kann nicht aufgehalten werden.“

Dennoch argumentiert er: „Wer es mit der Klimaagenda ernst meint, muss es auch mit der Notwendigkeit ernst meinen, die russische Aggression sofort zu stoppen, unsere territoriale Integrität wiederherzustellen und Russland zu echten Friedensverhandlungen zu zwingen.“

Selenskyj lobt internationale Hilfsbereitschaft

Angesichts der heftigen russischen Angriffe auf sein Land hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die internationale Hilfsbereitschaft gelobt. „Die aktuelle Eskalation des russischen Raketen- und Drohnenterrors hat nur dazu geführt, dass die Welt (...) mit neuer Hilfe für die Ukraine antwortet“, so Selenskyj in seiner Videoansprache weiter.

Der ukrainische Präsident berichtete zudem von Erfolgen beim Zurückdrängen russischer Truppen in den besetzten Gebieten im Süden und im Osten der Ukraine. Insbesondere in der Region Donezk sterben seinen Aussagen zufolge täglich Hunderte Russen. Das Verteidigungsministerium in Moskau wiederum bestreitet solch hohe Verluste in den eigenen Reihen. Die Angaben beider Seiten lassen sich kaum unabhängig überprüfen. (mit dpa)