London -  Die Zahl der Menschen, die in kleinen Booten den Ärmelkanal überquert haben, ist bereits jetzt doppelt so hoch wie im gesamten vergangenen Jahr. Das meldete die britische Nachrichtenagentur PA am Montag. Demnach erreichten bis Ende vergangener Woche mehr als 17.000 Migranten die englische Küste. Im gesamten Jahr 2020 waren es etwa 8400.

Die riskanten Überquerungen führten zuletzt zu Spannungen zwischen den Regierungen in London und Paris. Die britische Innenministerin drohte damit, bereits zugesagte Gelder für die Überwachung der französischen Kanalküste zurückzuhalten, sollten die französischen Behörden nicht mehr unternehmen, um die Migranten aufzuhalten. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin bezeichnete das als „finanzielle Erpressung“.

London kann seit dem Austritt aus der EU Migranten nicht mehr wie zuvor an Frankreich zurückgeben. Britische Behörden erwägen sogar bereits die Zurückweisung von Migrantenbooten auf See. Experten halten das jedoch für so gut wie nicht umsetzbar wegen der Gefahren für die Menschen an Bord der oft kaum seetüchtigen Migrantenboote. Frankreichs Innenminister Darmanin warnte vor einer Verletzung des Seevölkerrechts.