Berlin - Die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Bafög-Leistungen zur Ausbildungsförderung hat 2020 weiter abgenommen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, sank die Zahl um 41.000 oder sechs Prozent auf nun rund 639.000. Damit setzte sich der Abwärtstrend der Vorjahre fort.

Zugleich stiegen die Ausgaben für Bafög-Leistungen allerdings demnach um 9,2 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro. Durchschnittlich erhielten Studierende sowie Schülerinnen und Schüler, die Anspruch auf Bafög-Leistungen haben, im vergangenen Jahr 556 Euro pro Monat. Das waren 53 Euro oder 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Studentinnen und Studenten betrug der Durchschnittsbetrag laut Statistik-Behörde 574 Euro.

Der Grünen-Bildungsexperte Kai Gehring hatte bereits am Mittwoch die „Talfahrt“ beim Bafög kritisiert. Dies sei „das Ergebnis der unzureichenden und willkürlichen Bafög-Politik der Bundesregierung“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Gehring forderte einen „Neustart“ der Bildungsförderung mit einer Grundsicherung für Studierende und Auszubildende. „Die staatliche Studienfinanzierung in Deutschland muss endlich wieder ein Hebel für mehr soziale Gerechtigkeit werden“, forderte der Grünen-Politiker.