Berlin - Innerhalb weniger Wochen hat Berlin mehr als 270 Corona-Teststellen verloren. Nach einem Höchstwert von 1656 sogenannten Test-to-go-Stellen privater Betreiber am 8. Juni seien es mittlerweile noch 1382 (Stand: Montag), teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Testkapazität in der Hauptstadt ist demnach in dem Zeitraum ebenfalls deutlich gesunken: von 5,4 Millionen wöchentlich möglichen Schnelltests auf nun 4,4 Millionen. Die Auslastung der Teststellen gab die Gesundheitsverwaltung mit 15 bis 20 Prozent pro Tag an, dies gelte „seit mehreren Wochen“.

Wie viele Schließungen mit Beschwerden zusammenhängen, konnte die Behörde nicht sagen. Dies werde statistisch nicht gesondert erfasst, hieß es. Teststellen seien teils von der Gesundheitsverwaltung, teils aber auch von Bezirken geschlossen worden. Anfang Juni hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) im Abgeordnetenhaus berichtet, dass in einigen Teststellen Verstöße gegen Durchführungs- und Hygieneregeln festgestellt worden seien.

Auch weniger PCR-Tests in Berlin

Der Rückgang des Testangebots war nicht nur wegen der Debatte um Verstöße erwartet worden. Auch die Lockerungen wegen der stark gesunkenen Infektionszahlen dürften ein Grund sein. Mittlerweile ist etwa für Besuche im Biergarten oder im Freibad kein negatives Testergebnis mehr erforderlich. Hinzu kommt die steigende Impfquote; der Nachweis einer vollständigen Impfung ersetzt mancherorts das Vorzeigen eines negativen Testergebnisses.

Auch Daten zu den zuverlässigeren Labortests (PCR) auf das Coronavirus zeigen einen stark rückläufigen Trend: Die Zahl der wöchentlich durchgeführten PCR-Tests war laut Lagebericht (Stand: Dienstag) mit rund 32.000 vorletzte Woche ungefähr noch halb so hoch wie zu Hochzeiten im Frühjahr. Dabei fiel weniger als einer von 100 Labortests positiv auf Sars-CoV-2 aus (0,8 Prozent). Zum Jahreswechsel waren es rund 19 von 100 gewesen.