In Berlin ist es am Montag zu Protesten gegen die Corona-Politik gekommen. Am Alexanderplatz trafen sich am Abend nach Angaben der Polizei etwa 400 Menschen. Die Veranstaltung war für 18.30 Uhr offiziell angemeldet. Die Menschen zogen laut Polizei vom Alexanderplatz in Richtung Brandenburger Tor. Ziel der Demonstranten war das ZDF-Hauptstadtstudio in der Straße Unter den Linden. Eine Sprecherin der Polizei sagte der Berliner Zeitung, es sei zu keinen Zwischenfällen gekommen. Der Protest sei friedlich verlaufen und sei wie angekündigt gegen 20.30 Uhr beendet worden. Der Deutsche Journalistenverband twitterte, eine „kleine radikale Minderheit der Impfgegner, Querdenker, Corona-Leugner, Medienhasser und Demokratiefeinde hat sich mal wieder zusammengerottet“. Man wolle kommenden Montag erneut protestieren, hieß es von Teilnehmerinnen vor Ort. Auch in zahlreichen anderen Bezirken kam es am Montag zu Protesten.

In Spandau versammelten sich ab 17 Uhr rund 80 Personen zu einem Aufzug, der unter dem Motto „Einigkeit und Recht und Freiheit“ angezeigt war. Die Polizei teilte dazu mit: Im weiteren Verlauf wuchs die Teilnehmendenzahl auf bis zu 110 Personen an. Polizeieinsatzkräfte stoppten den Aufzug gegen 18.20 Uhr, da einzelne Teilnehmende keine Mund-Nase-Bedeckung trugen. Nachdem der Versammlungsleiter die Betroffenen darauf hinwies, setzte sich der Aufzug wieder in Bewegung und verlief im weiteren Verlauf ohne Zwischenfälle. Gegen 19.10 Uhr beendete der Versammlungsleiter den Aufzug.

Gegen 18 Uhr stellten Polizisten am Rathaus Schöneberg eine Gruppe von rund 300 Personen fest, die sich geschlossen in Richtung Nollendorfplatz bewegte. Ein Polizeisprecher: „Die Teilnehmenden missachteten die geltenden Abstandsregeln und trugen zudem keine Mund-Nasen-Bedeckung. Die Polizistinnen und Polizisten leiteten mehrere Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sowie wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein.“ Zwei Einsatzkräfte seien leicht verletzt worden, hätten ihren Dienst aber fortsetzen können.

Auch vor den Rathäusern Tempelhof, Lankwitz und Zehlendorf versammelten sich zwischen 18 Uhr und 19.30 Uhr bis zu 80 Personen. Die Versammlungen verliefen nach Angaben der Polizei „störungsfrei und unter Beachtung der geltenden Hygienebestimmungen.“ In den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick versammelten sich an unterschiedlichen Orten ebenfalls „mehrere Personengruppen mit einer Größe von 30 bis 200 Personen“. Auf dem Vorplatz vor dem S-Bahnhof Köpenick bildeten rund 100 Menschen gegen 18 Uhr einen Aufzug, der sich im weiteren Verlauf in Richtung Rathaus Köpenick bewegte. Der Polizeisprecher: „Dort wuchs die Personengruppe auf rund 150 Menschen an. Da die Teilnehmenden überwiegend keine Mund-Nase-Bedeckungen trugen und auch den erforderlichen Mindestabstand zueinander missachteten, wies die Polizei Berlin über Lautsprecher auf die Einhaltung der Bestimmungen hin, woraufhin gegen 18.50 Uhr ein Abstrom einsetzte.“

Ab 18.30 Uhr versammelten sich rund 200 Personen in der Frankfurter Alle zu einem nicht angezeigten Aufzug. Beim Eintreffen von Polizeieinsatzkräften zerstreute sich die Personengruppe in unterschiedliche Richtungen. „Im Nahbereich nahmen sich die Polizistinnen und Polizisten weiteren kleineren Personengruppen an und sorgten auch hier für eine Zerstreuung. Insgesamt verwiesen die Einsatzkräfte fünf Personen des Ortes und stellten unter anderem eine Fahne und ein Schild sicher“, so die Polizei. Um kurz nach 19 Uhr setzte „eine Lageberuhigung ein und es hielten sich keine Personen mehr in dem Bereich auf.“

Eine weitere größere Personengruppe versammelte sich zeitgleich im Bereich des Pankower Rathauses. „Eintreffende Polizeieinsatzkräfte nahmen drei Personen fest und leiteten zwei Ermittlungsverfahren wegen des Aufrufs zur Teilnahme an einer aufgelösten Versammlung sowie wegen des Verstoßes gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ein“, teilte die Polizei weiter mit. „Darüber hinaus stellten die Polizistinnen und Polizisten auch hier ein Schild sicher und verwiesen eine Person des Platzes.“

Rund 160 Personen nahmen Polizeieinsatzkräfte zudem gegen 18.30 Uhr am Rathaus Spandau wahr. Der Polizeiführer stufte die Zusammenkunft der Menschen „als eigenständige Versammlung ein, da sich die Teilnehmenden geschlossen und deutlich abgesetzt zu einem in Spandau angezeigten Aufzug bewegten“. Aufgrund der Tatsache, dass die Ansammlung im Vorfeld nicht angezeigt wurde und sich die Teilnehmenden darüber hinaus nicht an die geltenden Bestimmungen der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung hielten, löste der Polizeiführer die Versammlung im weiteren Verlauf auf. Die Polizistinnen und Polizisten stellten die Personalien von insgesamt 93 Personen fest und leiteten ebenso viele Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Während der Identitätsfeststellung leistete eine Person zudem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und blickt nun auch einem entsprechenden Strafverfahren entgegen. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.