Satiriker Jan Böhmermann hat in seiner Sendung ZDF Magazin Royale die Polizei für ihre Ermittlungsarbeit nach Straftaten im Internet kritisiert und ihr Versagen vorgeworfen. Das Team von Böhmermann zeigte Hassbotschaften und Hakenkreuze, die im Netz gepostet wurden, in den 16 verschiedenen Bundesländern bei Polizeidienststellen an.

Mitarbeiter des Teams gaben sich dabei als normale Bürger aus. Das „Experiment“, wie es Böhmermann in der Sendung am Freitag nannte, brachte unterschiedliche Ergebnisse. Während in einigen Bundesländern ermittelt wurde und auch auch ein Täter wegen Hassbotschaften im Netz verurteilt wurde, begannen in anderen Bundesländern die Ermittlungen gar nicht erst oder die Anzeigen wurden nicht aufgenommen. Das Experiment zeigte: Die Polizisten haben die jeweiligen Straftaten unterschiedlich schnell bearbeitet. Gegen Täter, die in einigen Bundesländern schon verurteilt waren, ermittelten in anderen Ländern noch die Behörden.

#polizeikontrolle: Jan Böhmermann vom ZDF wirft Polizei Versagen vor

Die Böhmermann-Recherche hat für ein paar Beamten nun juristische Konsequenzen: Es gibt in einigen Fällen interne Ermittlungen wegen Strafvereitelung. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. Böhmermanns hartes Fazit aus der Sendung: Die Polizei kennt sich zu wenig im Internet aus. Auf Twitter wird die Sendung unter dem Hashtag #polizeikontrolle heftig diskutiert.